Darmstadt ringt mit schweren Bedingungen rund ums Stadion

Fritsch: "Notfalls spielen wir Champions League"

Rüdiger Fritsch

Tut Spekulationen um einen Aufstieg als albern ab: 98-Präsident Rüdiger Fritsch bleibt bescheiden. imago

Underdog hin, begrenzte Möglichkeiten her: Zur Winterpause ist der SV Darmstadt 98 zumindest sportlich ein Kandidat für den Aufstieg in die Bundesliga. Von der Euphorie unterm Weihnachtsbaum lässt sich einer indes nicht anstecken. "Darmstadt 98 jetzt mit der 1. Liga in Verbindung zu bringen, ist albern", findet Präsident Rüdiger Fritsch. Fragen, ob man sich auch mit einem Plan B zum Aufstieg befasse, blockt er in diesen Tagen ab.

Sollte der Höhenflug anhalten, müssen sie sich spätestens im Frühjahr auch beim SV 98 mit den Herausforderungen eines Aufstiegs befassen. Schließlich räumt auch Fritsch ein, man werde den Gang in Liga eins natürlich antreten, sollte er sich ergeben: "Wir werden sicher nicht absichtlich die letzten drei Spiele verlieren. Notfalls spielen wir auch in der Champions League."

2. Bundesliga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
FC Ingolstadt 04
40
2
Karlsruher SC
33
3
SV Darmstadt 98
33
4
Eintracht Braunschweig
33
5
1. FC Kaiserslautern
32
6
Fortuna Düsseldorf
31
7
RB Leipzig
29
8
1. FC Nürnberg
27
9
1. FC Heidenheim
25
Tabelle 2. Bundesliga
Vereinsdaten SV Darmstadt 98

Gründungsdatum22.05.1898

Mitglieder8.000

VereinsfarbenBlau-Weiß

Anschrift Nieder-Ramstädter Straße 170
64285 Darmstadt
Telefon: 06151/2752398

Internetwww.sv98.de/

Vereinsinfo

Diese "Sorge" müssen die Darmstädter zwar nicht haben, sich aber mindestens mit den Bedingungen auseinandersetzen, die die DFL in Sachen Erstliga-Stadien vorgibt. Hier erledigte die Stadt als Eigentümer des Merck-Stadions am Böllenfalltor in Zusammenarbeit mit den 98ern diesen Sommer bereits die wichtigsten Hausaufgaben, installierte eine Rasenheizung, helleres Flutlicht und Schalen auf allen Sitzplätzen, schuf mehr Raum für die Fernsehteams und optimierte die Sicherheit. Die Kapazität von 16 150 Plätzen selbst bei Risikospielen übersteigt die Mindestanforderung der DFL an ein Erstliga-Stadion (15 000 Plätze) knapp.

Zeitplan für den Stadion-Neubau kann wohl nicht eingehalten werden

Die Haupttribüne des Merck-Stadions am Böllenfalltor

Vor dem Umbau: Die Haupttribüne des Merck-Stadions am Böllenfalltor soll erneuert werden. imago

Während die Finanzierung des sukzessiven Neubaus des Stadions an selber Stelle steht, verzögern sich Businessplan, Parlamentsdebatte und Ausschreibung um mehrere Wochen. Der für den Sommer geplante Baubeginn der mindestens 18 000 Fans fassenden Arena, in der alle alten Tribünen abgerissen werden und die Laufbahn wegfallen sollen (Gesamtkosten: 28 Millionen Euro) dürfte nicht gehalten werden, ebenso wenig die Fertigstellung zu Saisonbeginn 2016/17. "Die Stadt muss sich damit beschäftigen", betont Fritsch, man sei künftiger Mieter, aber nicht Bauherr.

An der Stadt liege es auch, bessere Trainingsbedingungen zu schaffen: "Wir zahlen doch keine horrende Miete nur für einen Hauptplatz", sagt Fritsch. Trainer Dirk Schuster hatte kürzlich die Bedingungen mit nur einem - dürftigen - Rasenplatz fürs Training kritisiert. Besser werde es allerdings erst im Zuge der Gesamtentwicklung des Stadions und der Fläche ringsherum, so Fritsch: "In den nächsten anderthalb Jahren passiert nichts."

Jens Dörr