Stuttgart: Eine Zwischenbilanz der Neuzugänge

Nur Romeu und Klein können halbwegs überzeugen

Neuzugänge mit einem Stammplatz: Oriol Romeu (li.) und Florian Klein.

Neuzugänge mit einem Stammplatz: Oriol Romeu (li.) und Florian Klein. Imago

So richtig einschätzen konnten sie die Fans nicht. Sollten der spanische Reservist aus England, der Mann aus der eher belächelten Alpenliga und der Sechs-Millionen-Kauf aus dem Nachbarland Niederlande dem VfB in der Bundesliga wirklich weiterhelfen? Sie sollten. Klein, der ablösefrei von Red Bull Salzburg kam, absolvierte alle 17 Bundesligapartien, stand nur einmal nicht in der Anfangsformation. Er verlieh der rechten Abwehrseite größere Stabilität - und er sorgte sogar offensiv für den einen oder anderen Paukenschlag. Zuletzt traf der Nationalspieler zum wichtigen 1:0-Erfolg beim HSV, davor erzielte er das nicht weniger wichtige 2:3 beim 3:3 gegen Bayer Leverkusen. Außerdem gingen zwei Vorarbeiten (gegen Bayer und beim 2:3 in Berlin) auf sein Konto.

Klein hatte "keine Anpassungsschwierigkeiten"

"Ich hatte keine Anpassungsschwierigkeiten", sagt der Abwehrmann, der aus seiner Zeit bei Red Bull keinen Abstiegskampf kannte. "Druck hatten wir dort aber auch." Wenn es darum ging, am besten alle Spiele und vor allem Titel zu gewinnen: "Das war also nichts anderes." Von daher, so der Rechtsverteidiger, der unter Huub Stevens zuletzt sogar auf der offensiven Außenbahn eingesetzt wurde, "hat mich nichts großartig überrascht".

Spielersteckbrief Klein

Klein Florian

Spielersteckbrief Ginczek

Ginczek Daniel

Spielersteckbrief Hlousek

Hlousek Adam

Spielersteckbrief Oriol Romeu

Romeu Vidal Oriol

Spielersteckbrief Kostic

Kostic Filip

Bundesliga - 17. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
45
2
VfL Wolfsburg
34
3
Bayer 04 Leverkusen
28
VfB Stuttgart - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

Das sagt auch Oriol Romeu, der für 250.000 Euro bis 2015 vom Chelsea ausgeliehen wurde. "Ich habe den nächsten Schritt in meiner Entwicklung gemacht", erklärt der Spanier, der auf der Sechs beheimatet ist. Allerdings ließ der frühere Barca-Spieler im Lauf der Vorrunde etwas nach und die gewohnte Sicherheit und fußballerische Souveränität vermissen, die ihn sonst ausgezeichnet hatte. Romeu, der nur einmal wegen einer Gelbsperre aussetzen musste, konnte dennoch insgesamt als zweikampfstarker Prellbock im Zentrum überzeugen: "Nach der Winterpause müssen wir an den besseren Leistungen zum Ende der Hinrunde anknüpfen."

Für Filip Kostic gilt es erst einmal den Anschluss an die Stammplätze zu finden, den er unter Stevens verloren hat. Der Flügelflitzer, vom FC Groningen gekommen, gilt weiterhin als Pfand für die Zukunft, hat einen Vertrag bis 2019. Bisher konnte er seine Klasse allerdings nur zum Teil unter Beweis stellen. Die Umstellung auf die härtere und schnellere Bundesliga ist ihm noch nicht gelungen. Für seine – im Normalfall gefürchteten - Tempodribblings und Torabschlüsse fehlte ihm bisher zudem offensichtlich die nötige Fitness, dazu ließ er den nötigen Defensivgeist vermissen. Kostic kam zwar auf 14 Einsätze (ein Tor, zwei Assists), aber neunmal von der Bank. Dazu spielte er nur siebenmal länger aus 30 Minuten. Dennoch ließ er durchaus sein Potenzial aufblitzen.

Ginczek und Hlousek von Verletzungen gebeutelt

Verletzungsbedingte Anlaufschwierigkeiten: Adam Hlousek (li.) und Daniel Dinczek.

Verletzungsbedingte Anlaufschwierigkeiten: Adam Hlousek (li.) und Daniel Dinczek. Imago

Das gilt auch für die anderen beiden Neuzugänge, die nur sehr schwer in die Gänge kamen. Daniel Ginczek brauchte nach seinem Kreuzbandriss im Februar 2014 lange, um wieder uneingeschränkt einsatzbereit zu sein. Erst zum Ende der Vorrunde schaffte es der Stürmer, der für zwei Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg kam, ins Team, ohne jedoch zu hundert Prozent überzeugen zu können.

Und auch Adam Hlousek, den die Stuttgarter für eine Million aus Nürnberg holten, musste lange mit Verletzungen kämpfen. Zwei Muskelfaserrisse im Oberschenkel warfen ihn bereits in der Vorbereitung zurück. Der Startschuss fiel ohne den tschechischen Nationalspieler, der sich erst kurz vor der Winterpause einen Platz in der Stammformation sichern konnte. Im Jahr 2015 heißt es für den VfB, für seine Profis und besonders für seine Sommereinkäufe: neues Jahr, neues Glück.

George Moissidis