Münchner verlieren wichtiges Derby in Nürnberg

Angha sieht Gelb-Rot - und 1860 langsam schwarz

Platzverweis: Angha sieht nach einem Kopfballduell Gelb-Rot - eine fragwürdige Entscheidung.

Platzverweis: Angha sieht nach einem Kopfballduell Gelb-Rot - eine fragwürdige Entscheidung. imago

Teile der Konkurrenz hatten gepunktet: Sandhausen in Düsseldorf (3:1), St. Pauli in Bochum (3:3) und Aalen in Heidenheim (1:0). Ob dieser Ergebnisse war für 1860 schon vor dem Derby in Nürnberg klar, dass der Druck weiter gewachsen ist.

Diese prekäre Ausgangslage nahm das blutjunge Team zunächst ausgesprochen reif an. Alles begann vielversprechend: Jungspund Marius Wolf hatte bei seinem Ex-Klub für die Löwen in den Anfangsminuten zwei hochkarätige Chancen , doch Club-Keeper Rakovsky (1.) und die fehlende Zielgenauigkeit (4.) verhinderten die Führung. Doch was danach kam, war aus Sicht der Sechziger alles andere als erfreulich. Zwei schnelle Konter binnen kürzester Zeit genügten den Franken, um die Münchner zu bezwingen: Erst traf Schöpf (14.), dann Sylvestr (17.).

Zwar kam die Elf von 1860-Coach von Ahlen recht zügig zum Anschlusstor, als Mössmer eine Wittek-Flanke mit der Brust ins eigene Tor lenkte (28.). Auch danach hielten die Gäste das Spiel bis zur Pause offen. Doch spätestens der zweifelhafte Platzverweis für Martin Angha (58.) brachte die Münchner um die Siegchance. Zur Ampelkarte, die der Abwehrmann nach einem Luftduell mit Bulthuis sah, äußerte von Ahlen hinterher sein Unverständnis: "Das war für mich ein ganz normaler Kopfball." Eine Einschätzung, die er gewiss nicht exklusiv hatte.

Dezimiert wird von Ahlens Elf kaum noch gefährlich

Markus von Ahlen

Engagiert am Spielfeldrand, aber erfolglos im Derby: In Nürnberg hatte 1860 mit Trainer Markus von Ahlen das Nachsehen. imago

In Unterzahl liefen die Giesinger dem Rückstand hinterher - und wurden erst in der Schlussminuten im Ansatz gefährlich: erst bei einer schönen Einzelaktion von Mulic, der von der Strafraumgrenze abzog, das Ziel aber verfehlte (85.), dann bei Valloris Kopfball (86.). Ansonsten hatte die Münchner Offensive in Abwesenheit von Lebensversicherung Okotie (zehn Tore, grippaler Infekt) nichts zu bieten.

Dass auch vor dem Tor von 1860 nicht viel passierte, war dem Umstand geschuldet, dass sich der FCN in Überzahl darauf beschränkte, die Führung zu verwalten und nur noch sporadisch den Weg nach vorne suchte. Etwa über Joker Candeias, der zweimal den dritten Treffer für den Club auf dem Fuß hatte (86., 90.). Doch auch so reichte den Franken eine durchschnittliche Vorstellung, um den Derbygegner in die Knie zu zwingen.

Mitten im Kampf um die Existenz

Durch die Niederlage rutscht 1860 auf den Abstiegsrelegationsplatz - und ist weiter mitten drin im nackten Überlebenskampf. Aus dem Auftritt in Nürnberg kann von Ahlen zwar den positiven Schluss ziehen, dass seine junge Mannschaft nach dem frühzeitigen Rückstand nicht unterging, sondern beherzt dagegen hielt. Vielmehr aber auch nicht.

kon/kid