Bundesliga

Sebastian Rode - der Anarchist im Bayern-Spiel

Mittelfeldmann hofft nun auf die ZSKA-Partie

Sebastian Rode - der Anarchist im Bayern-Spiel

Auch in der Luft auf der Höhe: Münchens Sebastian Rode.

Auch in der Luft auf der Höhe: Münchens Sebastian Rode. imago

Als Matchwinner wollte er sich allerdings nicht sehen, "nein, ganz und gar nicht". Es habe ihn "einfach nur gefreut, eine Dreiviertelstunde spielen zu dürfen", sagte der Null-Euro-Neuzugang aus Frankfurt in einem Ton, der sehr ehrlich, nicht aufgesetzt wirkt. "Klar", gab er freilich zu, "man fühlt sich immer ein bisschen mehr wert, wenn man auf dem Feld steht und zum 1:0 beiträgt."

Dieser 1:0-Erfolg des FC Bayern trug in starkem Maße Rodes Unterschrift. Seine Einwechslung hatte das Geschehen nach der Pause wesentlich beeinflusst, vor dem Siegtor sogar unmittelbar, weil die Nummer 20 dem Leverkusener Innenverteidiger Emir Spahic den Ball abgejagt hatte. Sein Chef Guardiola hatte ihn mit folgendem Auftrag losgeschickt: "Ich sollte mich reinhauen wie immer und die Position bekleiden, die Franck Ribery in der ersten Hälfte hatte, und Druck nach vorne ausüben."

So legte Rode von seiner Ausgangsposition halblinks in der Raute los, war dem ermüdenden Xabi Alonso ein willkommener defensiver Helfer und als wuseliger Querfeldeinläufer ein effizienter Anarchist im Bayern-Mittelfeld. "Es war wie immer", sagte Rode und unterbrach seine Ausführungen immer wieder mit einem kurzen spontanen Lächeln der Zufriedenheit, "ich kam rein und wollte zeigen, was ich kann". Er spürte und durfte mit Recht sagen: "Das ist mir ganz gut gelungen."

Die Schiedsrichter wissen auch, dass es eine andere Farbe hätte geben müssen.

Sebastian Rode über Karim Bellarabis Fluggrätsche

Allerdings hatte er eine heikle Situation zu überstehen, als ihn Karim Bellarabi mit einer heftigen Fluggrätsche wegfegte. "Verletzt ist zum Glück nichts", merkte Rode an. "Ich hätte aber eine andere Farbe gezogen." Er meinte Rot, Schiedsrichter Knut Kircher hatte die Sanktion mit sehr viel Gnade bei einer Gelben Karte belassen. "Ich glaube", so Rode, "die Schiedsrichter wissen auch, dass es eine andere Farbe hätte geben müssen."

Vorbei, Hauptsache keine Verletzung, so dass Rode nun auf seinen nächsten Auftritt am kommenden Mittwoch im letzten Gruppenspiel der Champions League 2014/15 gegen ZSKA Moskau hofft. In Manchester City (2:3) hatte ihm die Rote Karte Medhi Benatias die Tour nach 25 Minuten vermasselt, er wurde taktisch gegen den Innenverteidiger Dante ausgetauscht. Zuvor hatte er zweimal in der Bundesliga von Anpfiff an mitmachen dürfen, in Schalke und gegen Paderborn, insgesamt sind für den vormaligen Frankfurter 13 Pflichtspieleinsätze notiert mit einem Tor und zwei Assists.

Gefühlt näher an der Stammformation

"In gewisser Weise schon", antwortet der Defensivallrounder auf die kicker-Frage, ob er sich allmählich der Stammformation näher fühle, "ich bin in der Mannschaft akzeptiert. Und wenn ich spiele, ist kein Leistungsabfall zu sehen, denke ich." Gegen Leverkusen war es sogar eine Leistungssteigerung.

Karlheinz Wild

Bilder zur Partie Bayern München - Bayer 04 Leverkusen