Bundesliga

Heldts Appell an Meyer

Schalke: Obasi und Sam fallen weiter aus

Heldts Appell an Meyer

Fordert mehr Einsätze, muss sich gemäß Horst Heldt aber noch gedulden: Schalkes Max Meyer.

Fordert mehr Einsätze, muss sich gemäß Horst Heldt aber noch gedulden: Schalkes Max Meyer. Getty Images

Da sich Wolfsburg und Gladbach im Spitzenspiel am Sonntag gegenseitig die Punkte wegnehmen, bietet sich Schalke eine verheißungsvolle Ausgangsposition: Mit einem Heimsieg gegen Mainz wären die Königsblauen im Rennen um die Champions-League-Plätze wieder voll dabei. Der Haken dabei: Eine Vorstellung wie beim 0:5 gegen Chelsea darf sich die Truppe von Trainer Roberto di Matteo dabei nicht erlauben. Ansonsten wäre die nächste Heimpleite programmiert, verbunden mit dem Abrutschen ins Mittelmaß.

"Wir können keine Siege garantieren", sagt Manager Horst Heldt, "aber alles dafür geben, dass sich eine Leistung wie gegen Chelsea nicht wiederholt." Derweil kündigt di Matteo an "frische Spieler" zu bringen, "das würde der Mannschaft guttun." Die Angreifer Sidney Sam (Zerrung) und Chinedu Obasi (Knochenhautentzündung) sind freilich noch keine Kandidaten, beide fallen weiter aus.

Spielersteckbrief Sam

Sam Sidney

Spielersteckbrief Obasi

Obasi Chinedu

Spielersteckbrief M. Meyer

Meyer Max

FC Schalke 04 - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.05.1904

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Meyers schwerer Stand unter di Matteo

Bleibt also Max Meyer, gegen Chelsea wieder einmal nur Joker. Dass der fußballerisch Hochbegabte seit dem Trainerwechsel nicht mehr zur Stammformation zählt, verwundert die meisten Beobachter. "Er hätte sich jetzt eine Chance von Anfang an verdient", sagt etwa Schalke-Idol Olaf Thon. Zumal Meyer gerade erst starke Auftritte im Trikot der U-21-Nationalmannschaft gegen Holland und Tschechien abgeliefert hat. Aus welchen Gründen di Matteo vom 19-jährigen Eigengewächs offensichtlich deutlich weniger hält als sein Amtsvorgänger Jens Keller, lässt der Italo-Schweizer nicht durchblicken. Sein Kommentar zu Meyer: "Er ist ein sehr wertvoller Spieler für uns. Er hat bei mir vielleicht nicht ganz so oft gespielt wie vorher, aber doch regelmäßig. Ich versuche immer, die Spieler auszuwählen, die in einem bestimmten System das Beste für die Mannschaft leisten können."

Es geht nicht darum, sein Ego in den Vordergrund zu stellen. Max möchte immer spielen, aber es geht nicht immer steil bergauf.

Horst Heldt über Max Meyer

In der Tat stand Meyer unter di Matteo dreimal in der Startelf (ohne zu überzeugen) und wurde viermal eingewechselt. Lediglich beim 3:2 gegen Wolfsburg schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Mangelnde Körperlichkeit des 1,69-Meter-Mannes, fehlende Erfahrung oder unzureichendes Defensivverhalten - über all diese möglichen Gründe in Augen des Trainers darf (nur) spekuliert werden.

Dass Meyer zudem nicht unbedingt die richtige Reaktion auf seinen gesunkenen Stellenwert zeigt, deutet derweil Heldt an: "Wir erwarten von jedem Spieler, dagegen anzugehen, wenn er nicht mehr zum Zuge kommt. Es geht nicht darum, sein Ego in den Vordergrund zu stellen. Max möchte immer spielen, aber es geht nicht immer steil bergauf. Es gibt immer Momente, in denen es nicht rund läuft. Max steht am Anfang seiner Karriere. Wir sind froh, dass wir den Vertrag verlängert haben. Er wird die Chance bekommen, sich wieder intensiver einzubringen." Wahrscheinlich schon am Samstag gegen Mainz. Doch dann, so verdeutlicht der Appell des Managers, steht das Spielmacher-Talent eben auch in der Bringschuld.

Thiemo Müller