Bundesliga

Außenbandriss! Lange Pause für Reus

Dortmund: Die Hinrunde ist für Nationalspieler gelaufen

Außenbandriss! Lange Pause für Reus

Besorgte Gesichter: Marco Reus wird auf dem Platz behandelt und anschließend vom Feld getragen.

Besorgte Gesichter: Marco Reus wird auf dem Platz behandelt und anschließend vom Feld getragen. Getty Images

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Reus in Paderborn noch für das 2:0 des BVB gesorgt, als er einen feinen Aubameyang-Pass veredelte. Doch nach der Pause baute die Klopp-Elf ab - und Reus wurde böse erwischt. Vom Ex-Dortmunder Marvin Bakalorz im Kampf um den Ball gefoult, blieb der gerade erst von einem Bänder- und Sehnenriss genesene Nationalspieler am Boden liegen. Der Paderborner hatte ihn am rechten Sprunggelenk getroffen. Die Sanitäter kümmerten sich um Reus, an ein Weitermachen war für ihn nicht zu denken. Auf der Trage brachten ihn die Rettungskräfte vom Platz.

Am Sonntagnachmittag folgte die Diagnose: Außenbandriss. Damit bestätigte sich der erste Verdacht. Voraussichtlich zum Trainingsstart Anfang Januar 2015 soll Reus auf den Trainingsrasen zurückkehren können. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke wünschte Marco Reus am Sonntag am Rande der Mitgliederversammlung "gute Besserung und fügte hinzu: "Soviel Pech kann man gar nicht haben." Reus hatte sich erst im letzten Testländerspiel vor der Weltmeisterschaft am 6. Juni gegen Armenien (6:1) einen Teilriss der Syndesmose - damals im linken Sprunggelenk - sowie einen knöchernen Bandausriss an der Fersenbein-Vorderseite zugezogen. Reus hatte dadurch das Turnier in Brasilien verpasst und war nach zehn Wochen Pause wieder für den BVB aufgelaufen.

Für uns alle - nicht nur für Reus - ist das bitter. Hoffen wir, dass er Glück im Unglück hat.

Ilkay Gündogan zur Reus-Verletzung

"Marcos Fuß ist sehr dick geworden", verriet Trainer Jürgen Klopp direkt nach dem Spiel schon und meinte: "Es fällt mir schwer, über Fußball zu reden." Die Szene mit dem deutlichen Wegknicken Reus' bezeichnete er als "Wahnsinn", wollte Bakalorz aber keine Absicht unterstellen. Stattdessen sprach er von einer "unkontrollierten" Grätsche: "Ich habe ihm früher schon gesagt, dass er das nicht machen soll. Marvin ist ein toller Kerl, aber das war einfach too much."

Auch Bakalorz zeigte sich nach der Partie betroffen: "Wir waren damals im Trainingslager zusammen auf dem Zimmer - ich würde Marco Reus niemals gewollt umtreten", erklärte der 25-Jährige, der zwischen 2010 und 2013 bei der Borussia unter Vertrag stand, den Durchbruch bei den Westfalen aber nicht schaffte, im Sky-Interview: "Ich wollte zum Ball gehen, aber ich berühre ihn, das war zu heftig. Es tut mir auf jeden Fall leid." "Wer Marvin Bakalorz kennt, der weiß, dass er den BVB liebt", meinte Paderborns Trainer André Breitenreiter, "Marvin war kreidebleich. Das tut uns allen sehr leid, auch wenn wir es nicht mehr ändern können."

Spielbericht

Neben der bitteren Reus-Verletzung schmerzte die Borussia natürlich auch das Resultat. Umso ärgerlicher dabei, dass unmittelbar vor dem 2:2 der Paderborner Kevin Großkreutz zum vermeintlichen 3:1 traf, doch wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Großkreutz selbst stand lediglich im passiven Abseits, der Linienrichter hob die Fahne wegen einer Abseitsstellung von Jojic, der jedoch nicht ins Geschehen eingriff.

Klopp stellte gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky aber klar: "Dass Marco Reus jetzt wieder ausfallen könnte, ist schwerer zu verarbeiten als das Unentschieden." Ilkay Gündogan äußerte am ZDF-Mikrofon die Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang: "Für uns alle - nicht nur für Reus - ist das bitter. Hoffen wir, dass er Glück im Unglück hat."

bru/kon