Dresden will zurück in die Erfolgsspur

Dynamos Kirsten bekommt Konkurrenz

Banjamin Kirsten

Bekommt Konkurrenz auf der Torhüterposition: Dresdens aktuelle Nummer 1 Benjamin Kirsten. imago

Kirsten, Wiegers und Scholz: drei Torhüter, drei Geschichten, viele Argumente. Mit der Rückkehr von Scholz und dem Einsatz von Wiegers im Sachsenpokal (1:2 in Neugersdorf) könnte in Dresden der Konkurrenzkampf im Tor neue Belebung finden.

Kirsten gehört zu den erfahrensten Spielern und steht als Nummer 1 ohne Frage beispielhaft für Emotionalität und Courage bei Dynamo. Der 27-jährige Sohn der Stürmer-Legende Ulf Kirsten lebt die schwarz-gelbe Leidenschaft, scheut auch nach negativen Ergebnissen nicht den Gang in die Öffentlichkeit. Er versteht es, mit deutlichen Worten Zeichen zu setzen, mitzureißen - jedoch nicht immer auch gegenüber seiner eigenen Leistung. Sportlich betrachtet weiß Kirsten mit seinen starken Reflexen auf der Linie und in direkten Duellen zu überzeugen, während er bei der Beherrschung des Strafraums noch Luft nach oben hat.

Spielersteckbrief Kirsten

Kirsten Benjamin

Spielersteckbrief Wiegers

Wiegers Patrick

Spielersteckbrief Scholz

Scholz Markus

3. Liga - 18. Spieltag
3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Preußen Münster
32
2
Arminia Bielefeld
31
3
VfL Osnabrück
31
3. Liga - Topspieler 2014/15
Heuer Fernandes Daniel
2,61
Kolke Markus
2,67
Poggenborg André
2,72
Trainersteckbrief Böger

Böger Stefan

Dynamo Dresden - Vereinsdaten

Gründungsdatum

12.04.1953

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

Auch Keeper Wiegers bewies bei seinen bisher zwei Pflichtspieleinsätzen im Sachsenpokal auf der Linie sein Können. Souverän schienen zudem sein Zusammenspiel und die Kommunikation mit dem in der Liga zuletzt nicht immer konstant sattelfesten Abwehrverbund. Dass Dresden am letzten Wochenende mit ihm im Tor das Pokal-Aus hinnehmen musste, kann nicht auf Fehler des Schlussmanns zurückgeführt werden. Wiegers Nachteil: Bisher konnte sich der Ex-Regensburger nur in Partien gegen unterklassige Gegner beweisen. Ob er auch im Drittliga-Alltag bestehen würde, bleibt fraglich.

Der Dritte im Bunde ist Torhüter Scholz: Zu Zweitligazeiten unter Trainer Olaf Janßen sogar streckenweise Dresdens Nummer 1, arbeitet sich der 26-Jährige nach dem Bruch der rechten Hand wieder an sein Leistungsniveau heran und macht mit guten Trainingsleistungen deutlich, dass er sich mit einem Einsatz in der U 23 nicht begnügen möchte. Wie schon Anfang des Jahres (Teilabriss der Strecksehne im kleinen Finger) war es eine Verletzung, die ihn aus dem Rhythmus brachte. Nicht allein durch seine Größe (1,96 Meter) hat Scholz beim Entschärfen von Flanken und Ecken Stärke bewiesen.

Man darf gespannt sein, wie alle drei Keeper in den nächsten Wochen versuchen, ihre Ansprüche auf einen Einsatz zu untermauern. Denn trotz Erfahrung droht einem Spieler letztlich der Platz auf der Tribüne. Nach dem Pokaleinsatz von Wiegers wird am Freitag gegen Dortmund II wieder Kirsten seinen Stammplatz im Tor einnehmen. Zumal seine Verletzung - er hatte sich vergangene Woche im Training den Mittelfinger ausgekugelt - keine Beschwerden verursacht.

Dynamo will die Trendwende

"Ich glaube, dass alle das Spiel vom letzten Sonntag gut verarbeitet haben" sagte Kirsten am Donnerstag auf der Pressekonferenz. Den Spielern ist bewusst, dass sie gegen die Borussen wieder punkten müssen, um den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. "Alle wissen, worauf es ankommt. Das ist das Wichtigste", betonte die Nummer 1. Nach dem Aus im Sachsenpokal stand in der vergangenen Woche nicht nur das Mannschaftstraining auf dem Programm, auch die aktuelle Situation wurde unter die Lupe genommen. "Der Sportgeschäftsführer und die Trainer haben eine Bestandsaufnahme gemacht", erklärte Chefcoach Stefan Böger. "Es ging darum, zu analysieren, in welcher Situation wir uns derzeit befinden und was wir tun müssen, um zurück in die Erfolgsspur zu finden."

Allerdings steht Dynamo mit der Dortmunder U 23, die sich im Abstiegskampf befindet und zuletzt gegen Cottbus (3:0) bewiesen hat, dass sie auch vermeintlich bessere Gegner bezwingen kann, keine leichte Aufgabe bevor. Verzichten muss der Trainer dabei auf die Abwehrspieler Nils Teixeira (Virusinfekt) und Michael Hefele (Gelb-Sperre). Dennoch zeigt sich Böger kämpferisch: "Wir sind auf eine spielstarke Mannschaft eingestellt, die einen ähnlichen Stil verfolgt, wie die erste Mannschaft des BVB."

kon