Veh will den Leihspieler am liebsten behalten

Stuttgarts Romeu bereitet Sorgen

Oriol Romeu

Abgang im Training: Stuttgarts Oriol Romeu verletzte sich vergangene Woche. imago

Bisher sprechen die Verantwortlichen von leichteren Problemen. Trotzdem bereitet Oriol Romeu den Stuttgartern Sorgen. Der defensive Mittelfeldspieler konnte seit vergangenem Dienstag nicht mehr trainieren. Der Leihspieler vom FC Chelsea hatte sich kurz vor Ende der Einheit ans rechte Knie gegriffen und den Platz verlassen. Seither ward er nicht mehr gesehen. Der Spanier übt individuell, vor allem im Kraftraum. Auch das Testspiel gegen den Landesligisten TSV Ebersbach/Fils (11:0) am vergangenen Samstag, bei dem Daniel Ginczek sich mit fünf Treffern im Spielbetrieb auf dem Rasen zurückmeldete, verpasste Romeu. Droht Armin Veh der nächste schwerwiegende Ausfall?

Veh möchte Romeu halten

Das mögliche Fehlen des 23-Jährigen, der sich von den Neuzugängen in diesem Sommer als Verstärkung auf der neuralgischen Position auf der Doppelsechs erwiesen hat, würde den VfB schmerzen. Technisch beschlagen, sehr ruhig und abgeklärt am Ball und mit der nötigen Aggressivität in den Zweikämpfen, erledigt der Spanier seinen Job. Seine eher durchschnittliche Geschwindigkeit gleicht er mit gutem Auge und Stellungsspiel aus. Ein absoluter Gewinn, den auch der Cheftrainer in ihm sieht, der auf die Stuttgarter Nummer 13 am liebsten heute, morgen und in Zukunft nicht mehr verzichten möchte. "Aber leider haben wir nicht die Hand drauf."

Spielersteckbrief Oriol Romeu

Romeu Vidal Oriol

Trainersteckbrief Veh

Veh Armin

VfB Stuttgart - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

Mourinho riet zum VfB

Das haben die Engländer, die Romeu in der vergangenen Saison noch an den FC Valencia verliehen hatten. Nach seiner Rückkehr passte der Defensivmann allerdings erneut nicht in die Planspiele von Meistercoach José Mourinho, der ihm schließlich zu einem Jahr in der Bundesliga beim VfB Stuttgart riet. "Er wollte, dass ich zum VfB gehe", verrät das einstige Talent vom FC Barcelona, das sogar unter Pep Guardiola am Ball war.

Wenn es nach dem Profi ginge, könnte er sich auch ein weiteres Jahr über 2015 hinaus in Stuttgart vorstellen. "Mir gefällt's hier sehr gut", sagt Romeu, der mit Freundin Sofia und Hund Cleo zentrumsnah wohnt. Aber er könne "wirklich nicht sagen, was die Zukunft bringt". Dazu weiß er zu genau, wie wechselhaft die Entwicklungen im Geschäft Profifußball sein können - bevor er beim VfB unterschrieb, stand er schon in aussichtsreichen Gesprächen mit dem SSC Neapel.

Vertrag bis 2017, Ablöse rund fünf Millionen

Der Kontrakt des früheren spanischen Juniorennationalspielers in London läuft noch bis Ende Juni 2017. Eine Rückkehr erscheint angesichts der Hochkaräter im Kader der Blues wohl eher temporärer Natur sein zu können. Romeus Laufbahn könnte allerdings eine Entwicklung wie die von Kevin De Bruyne nehmen, der nach diversen Leihgeschäften am Ende nicht zum Zug kam und letztlich ganz wechseln durfte. Bekanntermaßen zum VfL Wolfsburg, wo er sich mittlerweile zum absoluten Star und Führungsspieler entwickelt.

Veh und der VfB hätten sicher nichts dagegen, wenn ihnen ein ähnlicher Coup mit Romeu gelingen sollte. Allerdings stünde da auch noch eine Ablösesumme im Raum, geschätzt mindestens fünf Millionen Euro, die es aufzutreiben gelten würde. Soweit denken sie in Stuttgarter allerdings noch nicht. Jetzt hoffen sie erst einmal, dass Romeu bis zum nächsten Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg wieder einsatzbereit ist.

George Moissidis