Stuttgart: Extraschichten für Kostic - Pause für Oriol Romeu

"Wundermann" Sundermann macht sich Sorgen um VfB

Armin Veh und Jürgen Sundermann

Geht beim VfB Stuttgart immer noch ein und aus: Jürgen Sundermann im Gespräch mit Coach Armin Veh. imago

Mit ihm verbinden sie gute Zeiten in Stuttgart: 1977 schaffte Jürgen Sundermann mit dem VfB den Aufstieg aus der 2. Liga. Seither trägt der heute 74-Jährige den Spitznamen "Wundermann". Und auch heute noch geht der frühere Profi (u.a. bei Hertha BSC, Servette Genf und beim FC Basel) bei den Schwaben ein und aus. Sundermann ist als Scout für den VfB unterwegs, beobachtet Spiele und Spieler aus dem In- und Ausland. Von der 1. Liga bis zur Jugend, die ihm seit jeher ans Herz gewachsen ist. Schließlich hatte er 1977 den Aufstieg mit einer jungen Mannschaft mit Jungprofis wie Karlheinz Förster oder Hansi Müller geschafft. Quasi die erste Generation Junger Wilder beim VfB Stuttgart, um dessen Klassenerhalt er sich heute Sorgen macht.

"Die Situation ist gefährlich", sagt Sundermann, der bei jeder Gelegenheit am Rande des Trainingsplatzes zu finden ist. "Ich hoffe die Mannschaft bekommt schnell die Kurve." Dass sein Klub auf dem letzten Platz der Bundesliga steht, sieht er zwar gar nicht gerne, aber auch als Chance für die Zukunft. "Große Sportler, sei es im Fußball, in der Leichtathletik, im Radsport oder auch in ganz anderen Sportarten, wachsen an solchen Schwierigkeiten, an Rückschlägen, wie sie im Laufe einer Karriere eben immer wieder vorkommen. Und diese Sorte Sportler kommt daraus stärker hervor."

Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie es die Tabelle aussagt.

Ex-VfB-Trainer Jürgen Sundermann

Das würde er auch gerne mit den Stuttgartern erleben. "Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie es die Tabelle aussagt." Trotzdem sei Vorsicht geboten. "Wenn eine Krise zu lange anhält und der Teufelskreis nicht durchbrochen werden kann, droht noch schlimmeres Unheil. Ich glaube allerdings mehr an die Chance und fürchte weniger die Gefahr."

Extraschichten für Kostic und Pause für Oriol Romeu

Dafür brauchen die Stuttgarter allerdings Erfolge. Am besten schon am nächsten Bundesligaspieltag gegen Augsburg. "Eine gefährliche Mannschaft", warnt Sundermann, der in dieser Woche einen dezimierten VfB-Kader beobachten muss. Mit Antonio Rüdiger (A-Nationalmannschaft), Gotoku Sakai (Japan), Alexandru Maxim (Rumänien), Florian Klein, Martin Harnik (beide Österreich) sowie Moritz Leitner (Deutschland U 21) und Timo Werner (Deutschland U 19) fehlen sieben Nationalspieler. Dazu kommen die beiden Langzeitverletzten Mohammed Abdellaoue (Knorpelschaden) und Vedad Ibisevic (Fußverletzung). Daniel Didavi hat nach seinem Muskelbündelriss im Oberschenkel wenigstens wieder mit leichtem Lauftraining begonnen, wird aber sicher noch mindestens zwei Wochen fehlen. Das könnte auch Daniel Schwaab drohen, der nach seinem Bänderanriss im Knöchel nur im Kraftraum aktiv war, wo er am Mittwoch auf Filip Kostic traf, dem Extraschichten verordnet wurden, und Oriol Romeu (23), der am Dienstag das Training wegen Kniebeschwerden abbrechen musste. Sowohl der Serbe als auch der Spanier müssen keine Ausfallzeit fürchten.

George Moissidis