Bundesliga

Kramer: "Ich habe heute eine richtige Grütze gespielt"

Nach ängstlichem Auftritt reißt Gladbachs Rekordserie

Kramer: "Ich habe heute eine richtige Grütze gespielt"

Kaum zu glauben: Christoph Kramer missglückte ein Rückpass aus 44 (!) Metern.

Kaum zu glauben: Christoph Kramer missglückte ein Rückpass aus 44 (!) Metern. Getty Images

Erst strich er sich ungläubig über den Kopf, dann hob er entschuldigend die Hand. Pechvogel Christoph Kramer wollte den Ball aus 44 Metern zu seinem Torhüter Yann Sommer zurückspielen, schoss die Kugel aber in hohem Bogen über den am Strafraum stehenden Schweizer Schlussmann ins eigene Tor (58.). Das Eigentor des Jahres, mindestens. Auch der Dortmunder Sebastian Kehl eilte sofort zu Kramer und sprach dem Kontrahenten ein paar aufmunternde Worte zu, so wie es seine Kollegen nach der Partie taten.

Nach dem Schlusspfiff ging Kramer nüchtern und sachlich mit seinem unglaublichen Fauxpas um: "Ich dachte, dass der Ball ein bisschen springt. Ich dachte er titscht auf. Da kann sich Dortmund bei mir bedanken und ich muss mich bei den Gladbachern entschuldigen." Und dann schob der 23-Jährige selbstkritisch hinterher: "Ich habe heute eine richtige Grütze gespielt."

Spielersteckbrief Kramer
Kramer

Kramer Christoph

Bor. Mönchengladbach - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.08.1900

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß-Grün

Heute war's schwer gegen eine Dortmunder Mannschaft, die uns alle Stärken genommen hat.

Christoph Kramer

Das kuriose Eigentor passte irgendwie zum seltsamen Auftritt der Gladbacher Borussia, die sich zahnlos, fast schon unterwürfig und ohne jeglichen Angriffswillen präsentierte. "Heute war's schwer gegen eine Dortmunder Mannschaft, die uns alle Stärken genommen hat", bekannte Kramer, "sie haben es gut gemacht, haben uns clever angelaufen und uns weit weg vom Tor gehalten." 22:1 Torschüsse wies die klar dominierende Dortmunder Borussia auf, Schlussmann Roman Weidenfeller war also quasi die komplette Partie über beschäftigungslos geblieben.

Für die Fohlen endete damit eine bemerkenswerte Serie. Nach dem Vereinsrekord von 18 Pflichtspielen ohne Niederlage verließ das Team Lucien Favre den Platz erstmals seit einem halben Jahr wieder als Verlierer. "Der Sieg für Dortmund war total verdient. Vor allem in der ersten Hälfte war Dortmund klar besser", gab auch Lucien Favre ehrlich zu, "es hat am Tempo und der richtigen Bewegung gefehlt." Seinem bedröppelten Eigentorschützen machte der Schweizer keine Vorwürfe: "Christoph weiß selbst, dass er in der Situation den Ball hätte halten oder flach zurückspielen müssen, aber ich mache ihm keinen Vorwurf, so etwas kann einmal passieren. "

Hätte der BVB vor dem Tor cleverer agiert oder mehr Fortune im Abschluss gehabt - Marco Reus traf zweimal nur Aluminium - wäre Kramers unfreiwillige Schützenhilfe gar nicht nötig gewesen. So ist sie als (im wahrsten Sinne des Wortes) Tor des Tages in aller Munde - und landet sicherlich in dem ein oder anderen Jahresrückblick.