Bundesliga

VfB ohne Didavi - Veh rüffelt Maxim

Stuttgart will in Berlin nachlegen

VfB ohne Didavi - Veh rüffelt Maxim

Daniel Didavi (VfB Stuttgart)

Gut in Form, aber nun angeschlagen: VfB-Mittelfeldregisseur Daniel Didavi. imago

Ein Sieg, zwei Unentschieden, drei Niederlagen, fünf Punkte: Die Zahlen von Hertha BSC und dem VfB Stuttgart gleichen sich vor dem Freitagabendspiel in Berlin. "Richtungsweisend" lautet das Motto, beide Teams wollen raus aus dem Keller. "Auch Hertha hat andere Ansprüche, da geht es ihnen ähnlich wie uns", weiß VfB-Coach Armin Veh um die Parallelen.

Vorteil Stuttgart: Während bei Hertha nach dem schwachen Auftritt in Augsburg (0:1) samt miserabler Zweikampfquote (37 Prozent) schon wieder Unruhe herrscht, reisen die Schwaben mit dem ersten Saisonsieg im Rücken an (1:0 gegen Hannover). "Die Woche war angenehmer", berichtete Veh am Freitag, erleichtert darüber, "dass wir doch ganz ordentlich gut Fußball spielen können".

Dennoch müsse sein Team "noch torgefährlicher werden" - erst vier Tore unterstreichen das. Ob er das zuletzt erprobte System mit drei Sechsern beibehält, wollte Veh zwar noch nicht verraten ("Fünf werden es auf jeden Fall nicht sein"); so oder so fordert er aber verstärktes Spiel über die Flügel. Bei drei Sechsern müssten eben die Außenverteidiger auch offensiv die Außenbahnen besetzen und zum Flanken kommen.

Kein Risiko bei Didavi

Jener Spieler, der das Spiel nach vorne beim VfB zuletzt lenkte, wird dagegen passen müssen in Berlin: Daniel Didavi kämpft mit einer Oberschenkelzerrung. "Ich gehe das Risiko nicht ein", sagte Veh. "Mit seiner Vergangenheit bin ich da vorsichtiger als bei einem normalen Spieler." Didavi war über ein Jahr mit einer Knieverletzung ausgefallen.

Wer ihn ersetzen könnte? Eventuell Timo Werner, der auswärts seine Sprintstärke womöglich besser einbringen kann als gegen defensiv orientierte Gegner zuhause ("Da hat er keinen Platz!"). Vedad Ibisevic würde dann erstmals seit dem dritten Spieltag wieder beginnen. Aber auch Filip Kostic wäre eine Variante, der Königstransfer überzeugte bei seinen immer länger werdenden Joker-Einsätzen.

Veh nennt Maxims Defizite

Oder doch Alexandru Maxim? Der rumänische Standardspezialist wäre als gelernter Zehner eigentlich prädestiniert - saß zuletzt aber nicht ohne Grund meist auf der Bank. "Er muss lernen, noch mehr gegen den Ball zu arbeiten", kritisierte Veh, "da muss er sich schon verbessern."

Zu offensiv will der VfB-Trainer in jedem Fall nicht agieren lassen, das zeigt ihm auch die Erfahrung. Sein bisher letztes Auswärtsspiel in Berlin endete mit Eintracht Frankfurt am ersten Spieltag der Vorsaison mit einem 1:6-Desaster. "Da waren wir sehr offensiv ausgerichtet", erinnert sich Veh. "Kann sein, dass wir diesmal etwas defensiver spielen."