Bayern: Boateng bereitet Kopfzerbrechen

Rekordmann Xabi Alonso passt sich für Moskau warm

Machte eine gute Figur: Bayerns Xabi Alonso im Duell mit Yannick Gerhardt (re.).

Machte eine gute Figur: Bayerns Xabi Alonso im Duell mit Yannick Gerhardt (re.). Getty Images

Auf welche Startelf Bayern Münchens Trainer Josep Guardiola dann vertrauen wird, ist schwer zu prophezeien. Zu oft hat der Spanier bis dato in die Trickkiste gegriffen und mit seinen Aufstellungen den einen oder anderen Experten verblüfft. So auch Samstag in Köln, als die Bayern quasi in einem verkappten 3-3-4-System aufliefen. Vor Neuer verteidigte eine Dreierreihe (Rafinha, Boateng und Alaba), während sich im zentralen Mittelfeld Lahm, Juan Bernat und Xabi Alonso die Aufgaben teilten. Mit Robben, Müller, Lewandowski und Götze stand eine Menge Offensivpower auf dem Rasen, das ging zu Lasten der Defensive, die sich aber auch keine Blöße gab. Dafür agierten die Domstädter aber auch mit zu viel Respekt vor den großen Namen.

Von mir aus kann es so weitergehen!

Philipp Lahm
Spielersteckbrief Xabi Alonso

Alonso Olano Xabier

Am Ende fuhren die Bayern einen souveränen Sieg ein, erledigten ihre Pflichtaufgabe demnach vorbildlich. Maßgeblichen Anteil daran hatte der spanische Welt- und Europameister Xabi Alonso, der sogar einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellte. Der 32-Jährige glänzte mit sagenhaften 206 Ballkontakten - das hat es in der Beletage des deutschen Fußballs seit der Erhebung dieser Statistik im Jahr 1999 bislang nicht gegeben. Bisheriger Rekordhalter war übrigens ebenfalls ein Münchner: Alonsos Landsmann Thiago Alcantara hatte die alte Bestmarke in der Vorsaison beim 5:0 gegen Frankfurt mit 185 Ballkontakten aufgestellt.

Erster Auswärtssieg vor der Reise nach Russland

Neben dem glanzvollen Auftritt von Alonso war es für die Münchner auch der 19. Sieg in Serie gegen einen Aufsteiger, zugleich aber auch der erste Auswärtssieg der laufenden Spielzeit. Mit Ausnahme des DFB-Pokals (4:2 bei Preußen Münster) hatte es im Supercup in Dortmund eine 0:2-Pleite gesetzt, während auf Schalke (1:1) und in Hamburg (0:0) nur Remis heraussprangen. Nun also der Auswärts-Befreiungsschlag in Köln.

Der Erfolg kommt gerade recht, zumal in der Königsklasse die schwere Reise nach Russland ansteht. Zweifellos sind die Bayern im Duell gegen ZSKA haushoch favorisiert, allerdings kann man in Moskau auch leicht mal Federn lassen. Xherdan Shaqiri warnte schon, "dass wir nicht denken, das sei ein Trainingsspiel. Das ist gefährlich, dann kann man schnell untergehen." Und auch an der Moskva wollen die Bayern punkten, vor allem aber spielerisch zu überzeugen. "Unsere Ziele sind es, immer besser zu sein als der Gegner und immer besser als im letzten Spiel", so Guardiola: "Das hat bisher geklappt." Kapitän Philipp Lahm gefällt's: "Von mir aus kann es so weitergehen", so der 30-Jährige.

Wieder ausgewechselt: Boateng bereitet Sorgen

Sorgen bereitet allerdings Jerome Boateng, der wie schon gegen Paderborn frühzeitig ausgewechselt werden musste. "Wir müssen nochmal mit den Ärzten sprechen", kündigte Guardiola an: "Jerome muss immer vorzeitig raus. Wir können aber nicht in jedem Spiel einen Abwehrspieler wechseln. Abwehrspieler spielen normalerweise von der ersten bis zur letzten Minute." In diesem Punkt tut sich also ein Problem auf, denn mit Holger Badstuber und Javi Martínez fallen zwei Alternativen aus und Neuzugang Mehdi Benatia konnte sich noch nicht in den Vordergrund spielen.