Bundesliga

Zinnbauers Ansage: "Da kenne ich kein Pardon"

Hamburger SV stellt den neuen Cheftrainer vor

Zinnbauers Ansage: "Da kenne ich kein Pardon"

Joe Zinnbauer

Deutliche Worte am ersten Tag als Bundesliga-Trainer: Joe Zinnbauer. imago

"Ich bin kein Neuling als Trainer", erklärte der 44-jährige Bundesliga-Novize bei seiner Vorstellung und verwies auf rund 18 Jahre als Trainer – wenn auch von unterklassigen Mannschaften. Innerhalb kürzester Zeit gelang Zinnbauer der persönliche Aufstieg aus der fünften über die vierte in die erste Liga. "Ich habe der U 23 viel zu verdanken. Die Mannschaft hat mich hierher gebracht", sendete er einen Dank an die Regionalliga-Mannschaft des HSV, mit der er einen Rekordstart in die Saison hingelegt hatte (acht Spiele, acht Siege). "Ich möchte die Chance wahrnehmen", versicherte der gebürtige Bayer. "Ich habe Bock auf die 1. Liga."

Als "akribisch und erfolgshungrig" beschrieb sich der Neue auf der HSV-Kommandobrücke und offenbarte: "Mein Konzept heißt Dominanz, Ballbesitz und vor allem erfrischender Fußball nach vorne. Ich bin keiner, der sich hinten reinstellt und abwartet und auf Konter spekuliert." Diese Einstellung wolle er auch jetzt nicht ablegen. "Aber das braucht Zeit", auch wenn Zinnbauer schon in seiner ersten Einheit mit dem Profiteam einen "sehr positiven Eindruck" von der Mannschaft gewonnen habe: "Was ich heute gesehen habe: Da sind wir schon gut dabei."

Auftakt gegen den FC Bayern - Torwartfrage zurückgestellt

Das Streben nach Dominanz muss Zinnbauer aber zunächst hintenan stellen. Denn der nächste Gegner am Samstag heißt ab 15.30 Uhr FC Bayern München. Für Zinnbauer "die beste Mannschaft der Welt", gegen die man nichts zu verlieren habe. Letztlich gebe es "nichts Einfacheres, als gegen Bayern zu spielen". Deshalb könne sein Team "mit breiter Brust" auflaufen: "Dann schauen wir mal, was wir anrichten können." Dabei stuft er das Ergebnis aber als zweitrangig ein, wichtiger sei, wie sich die Mannschaft präsentiere.

In der zuletzt in den Mittelpunkt gerückten Torwartfrage wollte sich Zinnbauer noch nicht festlegen. "Alle beide haben die Möglichkeit", sagte er in Richtung von René Adler und Jaroslav Drobny, der im letzten Spiel unter der Leitung von Mirko Slomka den Vorzug erhalten hatte, die 0:2-Pleite in Hannover aber auch nicht verhindern konnte.

Wir müssen gucken, dass wir eine Mannschaft, eine Einheit werden.

Joe Zinnbauer

Ohnehin stehen für Zinnbauer zunächst ganz andere Dinge im Vordergrund: "Wir müssen gucken, dass wir eine Mannschaft, eine Einheit werden", gab er vor: "Ob sie das sind, weiß ich nicht." Der Trainingsarbeit wies er einen hohen Stellenwert zu. "So wie ich trainiere, so spiele ich auch" - entsprechend sei der Weg in die Mannschaft über gute Trainingsleistungen frei. Dabei schrecke er auch nicht vor einschneidenden Maßnahmen zurück, versicherte Zinnbauer: "Wenn es nicht funktioniert, hole ich mir Spieler der U 23. Da kenne ich kein Pardon."

Bis 2016 unter Vertrag

Und wenn es doch funktioniert, ergibt sich vielleicht auch noch die Möglichkeit, über eine Anpassung seines Vertrages zu sprechen. Die habe angesichts der rasanten Entwicklung rund um seine Berufung zum Cheftrainer überhaupt nicht im Fokus gestanden, erklärte er. Ohnehin habe er einen gültigen Vertrag bis 2016.