Regionalliga

Pekovic: "Ich genieße jeden Moment"

Trier: Erinnerung an gute alte Zeiten

Pekovic: "Ich genieße jeden Moment"

Milorad Pekovic

Milorad Pekovic (li.) kann mit seiner Erfahrung an seine erste Anlaufstelle Trier etwas zurückzahlen. imago

Manchmal muss Milorad Pekovic lachen. Früher spielte der Montenegriner bei Eintracht Trier mit Harry Koch und dem aktuellen Co-Trainer Rudi Thömmes zusammen - jetzt steht der Rückkehrer bei der Eintracht mit deren Söhnen auf dem Platz, Robin Koch und Dominik Thömmes. "Als ich 30 war, habe ich gedacht: Ich spiele noch ein Jahr, dann habe ich keine Lust mehr. Und jetzt bin ich immer noch dabei", staunt Pekovic über sich selbst. Am 5. August ist er 37 Jahre alt geworden, aber Bock auf Fußball hat er immer noch. Jeden Tag. "Ich habe Spaß, mein Körper macht mit. Ich brauche Woche für Woche die leichte Nervosität, ein Spiel vor der Brust zu haben."

Die Leidenschaft für das runde Leder ist auch in der 4. Liga ungebrochen. Und das, obwohl der Mittelfeldstratege bereits einige große Momente erlebt hat. National, in der Bundesliga mit Mainz 05 und Greuther Fürth. Und international. Mit der montenegrinischen Nationalelf spielte er zum Beispiel im Londoner Wembley-Stadion in der Europameisterschafts-Qualifikation gegen England. Die Kontrahenten: Wayne Rooney, Steven Gerrard, Ashley Cole. "Mir ist es letztlich egal, ob ich vor 100 000 oder 1 000 Zuschauern auflaufe", sagt Pekovic unbeeindruckt.

Spielersteckbrief Pekovic

Pekovic Milorad

Spielersteckbrief Thömmes

Thömmes Dominik

Spielersteckbrief R. Koch

Koch Robin

Regionalliga Südwest - 9. Spieltag
Regionalliga Südwest - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
1. FC Saarbrücken
22
2
1. FC Kaiserslautern II
19
3
SV Elversberg
19
Eintracht Trier - Vereinsdaten

Gründungsdatum

11.03.1905

Vereinsfarben

Blau-Schwarz-Weiß

2002 gab ihm Eintracht Trier erstmals die Chance, in Deutschland zu spielen - der SVE als Türöffner ins Profigeschäft. Für die Eintracht bestritt "Peko" bis 2005 84 Zweitligapartien: "Trier war meine erste Station in Deutschland. Von meinem Talent her habe ich das Maximum herausgeholt. Jetzt kann ich der Eintracht etwas zurückgeben. Zum Abschluss noch mal hier zu sein, ist etwas Besonderes. Es ist super, wieder ins Moselstadion einzulaufen. Ich genieße jeden Moment."

Profis haben ein super Leben, aber kein Zuhause.

Triers Rückkehrer Milorad Pekovic über das Fußballerleben

Mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen 20 Monate alten Tochter hat er sich in Mainz niedergelassen. Zweimal pro Woche pendelt er zwischen der Landeshauptstadt und Trier, wo er im Hotel wohnt. "Als Profi hast du ein super Leben, aber nie ein Zuhause." Das soll sich jetzt ändern: "Peko" möchte Trainer werden. Einen mit der DFB-A-Lizenz vergleichbaren Schein hat er bereits. Zudem will er den deutschen Pass beantragen. Dazu hat er schon einen Kurs zur Intensivierung seiner ohnehin guten Deutschkenntnisse belegt.

Als er im Sommer dieses Jahres beim Drittligisten Hansa Rostock nicht mehr gefragt war, suchte Pekovic einen neuen Verein - und landete wieder in Trier. Dass er mit den Moselanern derzeit in den Niederungen der Regionalliga um Punkte kämpft, betrachtet er nicht als Rückschritt. In seiner Rolle als "Papa" der Kompanie sieht Pekovic eine Herausforderung: "Ich habe in der Mannschaft eine Verantwortung und versuche, mit meiner Erfahrung den jüngeren Spielern zu helfen. Vielleicht können wir wieder ein bisschen Euphorie erzeugen."

Aber auch Pekovic ist nicht verborgen geblieben, dass die Eintracht derzeit nicht so gut aufgestellt ist. Die schwierigen Zeiten nach dem Sturz aus der 2. Liga 2005 haben Spuren hinterlassen. "Der Abstieg damals war nicht einfach zu verkraften. Aber das Leben geht weiter. Der Fußball ist sehr schnelllebig. Unsere Aufgabe als Spieler ist es, wieder für bessere Zeiten zu sorgen", sagt Pekovic, der nach eigenem Bekunden einst wegen der Künste von Diego Maradona mit dem Fußballspielen begonnen hatte.

Die Eintracht-Fans finden die Rückkehr von Publikumsliebling "Peko" indes gut. Das spürt der Mittelfeldspieler nicht nur im Stadion, sondern auch außerhalb des Platzes. "Es ist ein Supergefühl, dass die Leute mich nach so langer Zeit nicht vergessen haben. Dass sie mir Bilder und Zeitungsartikel aus meiner Zweitligazeit in Trier zeigen, zeugt von dem Respekt, der mir entgegengebracht wird", freut sich Pekovic.

Mirko Blahak