Bundesliga

Ibisevic bezichtigt Medien der Lüge

Stuttgart: Bosnier seit 810 Minuten ohne Tor

Ibisevic bezichtigt Medien der Lüge

Vedad Ibisevic

Spielt gerne in Stuttgart: Stuttgarts Vedad Ibisevic widerspricht Medienmeldungen. picture alliance

Ibisevic meldete sich am Mittwoch über ein soziales Netzwerk zu Wort, nachdem in den letzten Tagen ein Interview für Schlagzeilen sorgte. Auf einer italienischen Website ("Tutto Mercato") wurde der 30-Jährige zitiert, dass er höhere Ambitionen habe, deshalb liebäugele er sogar mit einem Wechsel - vielleicht schon im Winter. Ein Interview zur Unzeit, ist der einstige Publikumsliebling in Schwaben doch ohnehin der Buhmann seit der völlig missratenen Rückrunde der vergangenen Saison.

Nun reagierte Ibisevic mit einer Stellungnahme. "Ich habe nie gesagt, dass ich höhere Ansprüche habe als mein Klub VfB Stuttgart oder dass ich weg will. Das ist einfach eine Lüge", schreibt Ibisevic und feuert eine Breitseite in Richtung Medien ab. "Was geschrieben wurde, überrascht mich überhaupt nicht. Die Medien, besonders in Stuttgart, wollen einfach ein falsches Bild von mir zeigen und freuen sich sehr, über mich so negativ wie möglich zu schreiben. Aber die Leute glauben leider an das, was serviert wird."

Spielersteckbrief Ibisevic

Ibisevic Vedad

Spielersteckbrief Ginczek

Ginczek Daniel

VfB Stuttgart - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

Im Sommer war mehrfach über einen Abschied des Torjägers spekuliert worden. Letztlich kam es zur etwas überraschenden Vertragsverlängerung bis 2017. Ibisevic bestätigt, dass er Angebote gehabt habe, "aber ich bin in Stuttgart geblieben, weil ich da sehr gerne spiele".

Ein Vereinswechsel steht für mich nicht zur Debatte. Ich habe solche Aussagen nie getroffen und freue mich auf die Zukunft beim VfB.

Vedad Ibisevic

Allerdings hatte er genau diesen Eindruck nicht mehr vermitteln können. Sein letztes Tor datiert vom 17. Spieltag der vergangenen Saison. Er traf in einem Nachholspiel gegen Bayern München. Es sollte ein traumatisches Spiel für den VfB werden. Der deutsche Rekordmeister war am Rande der ersten Saisonniederlage, erst zwei späte Tore brachten noch die Wende und stürzten den VfB in die Krise. Späte Gegentore gehörten fast schon zum Alltag. Es sollten nur noch drei Siege gelingen – auch weil der Torjäger fortan keiner mehr war. Seit der Roten Karte in der Partie gegen Augsburg (1:4) am 20. Spieltag findet Ibisevic seinen Rhythmus nicht mehr. Seltsam teilnahmslose Auftritte ließen die Fanseele kochen, sodass er zum Gesicht des Niedergangs wurde. Von den Verantwortlichen bekam er aber stets Rückendeckung, Zweifel an seinen Qualitäten ließen Bobic und Co. nicht zu.

Ibisevic ist seit 810 Minuten torlos

Mittlerweile wartet Ibisevic seit 810 Minuten auf einen Torerfolg – es ist die längste Durststrecke seiner bisherigen Karriere. In der Saison 2009/10 musste er sich mal 711 Minuten gedulden. Ansonsten ist stets Verlass auf Ibisevic, der mit Hoffenheim 2008 aufstieg. Durchschnittlich hat er seitdem 13,6 Tore pro Spielzeit erzielt. In der Aufstiegssaison reichte ihm die Hinrunde, um 18 Treffer zu erzielen, ehe er von einem Kreuzbandriss gestoppt wurde.

Am kommenden Wochenende geht es wieder gegen Bayern München, aus Sicht der Schwaben ein idealer Zeitpunkt, um die Torflaute zu beenden. Und für Ibisevic, der unter Huub Stevens sogar seinen Stammplatz einbüßte, der beste Moment, um sich der Konkurrenz zu erwehren, denn Neuzugang Daniel Ginczek scharrt nach seinem Kreuzbandriss schon mit den Hufen und bietet Coach Armin Veh schon bald eine echte Alternative im Angriff.