1860 München: Trainer und Spieler machen zu viele Fehler

Trotz Pokal-Sieg - Moniz weiter unter Druck

Ricardo Moniz

Ist noch auf der Suche nach der richtigen Taktik: 1860-Coach Ricardo Moniz. imago

Bedanken muss sich der Trainer vor allem bei Angreifer Rubin Okotie. Der Österreicher war es nämlich, der in Kiel erst den Ausgleich erzielte und dann neun Minuten vor Schluss per Elfmeter mit seinem zweiten Treffer des Tages vorerst für Ruhe an der Grünwalder Straße sorgte.

Und die ist bei den Löwen wirklich rar diese Tage. 2:3 nach 2:0-Führung in Kaiserslautern verloren, wenige Tage später setzte es für den selbsternannten Aufstiegsanwärter in der heimischen Allianz Arena ein 0:3 gegen Aufsteiger RB Leipzig. Dazu noch die Strafversetzung einiger Profis zu den Amateuren, wenige Tage später die Begnadigung. Für Diskussionsstoff an den Stammtischen sorgt der TSV 1860 genug.

Spielersteckbrief Kiraly

Kiraly Gabor

Spielersteckbrief Okotie

Okotie Rubin

Spielersteckbrief Bedia

Bedia Eduardo

Spielersteckbrief Wood

Wood Bobby

Spielersteckbrief Ortega

Ortega Stefan

2. Bundesliga - 3. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
RB Leipzig
7
2
SV Darmstadt 98
7
Karlsruher SC
7
Trainersteckbrief Moniz

Moniz Ricardo

1860 München - Vereinsdaten

Gründungsdatum

17.05.1860

Vereinsfarben

Grün-Gold. Abteilungsfarben: Weiß-Blau

Das spielerische Niveau wirft Fragen auf. Wieso zeigen einige Spieler wie Bedia, Sanchez, Leonardo oder Wood nur bei Ballbesitz ihre Stärken? Wieso gelingt es dem Team nicht, längere Ballpassagen zu spielen?

Moniz muss sich Kritik gefallen lassen

Kritik am noch nicht klar erkennbaren Stil muss sich Moniz gefallen lassen, der Holländer hat auch im Coaching nicht gerade das glücklichste Händchen bewiesen. Umstellungen wie die von Innenverteidiger Kagelmacher nach rechts hinten oder den Einsatz von Sanchez in der Abwehr sind unverständlich, da beide Akteure nur auf ihren angestammten Positionen zuhause sind. Zudem ließ Moniz den unfitten Leonardo stets durchspielen.

Auch die rasche Begnadigung der verbannten Spieler ließ die Frage offen, warum sie gerade jetzt stattfand. Von dem Quintett waren schließlich lediglich drei Akteure mit in Kiel dabei, nur Yannick Stark spielte fünf Minuten lang.

Vor allem Stammtorhüter Gabor Kiraly musste am Samstag mitansehen, wie sein Vertreter Stefan Ortega keine überzeugende Figur machte. Trotzdem bekam der 21-Jährige für die Ligapartie in Heidenheim eine Stammplatz-Garantie des Trainers. Nach seinem Ausraster gegenüber Gary Kagelmacher ist der Ungarn ein wenig in Ungnade gefallen, könnte daher mit einem Wechsel liebäugeln. Nach eigenen Angaben, soll dem 38-Jährigen ein Angebot vom FC Fulham aus England vorliegen - doch ein solches habe der Verein nicht erhalten. Folglich müsste Kiraly bleiben.

Es soll aber noch eine Nachbesserung im Angriff folgen. Alle Pflichtspieltore der Saison gehen bislang auf das Konto von Okotie, was zu einem Problem werden könnte. Fällt er aus oder in ein Formtief, fehlt den Löwen ein Spieler, der Tore schießt.