PES-Profi Patrick Maier über PES und FIFA

"So einen Bock darf sich Konami nicht nochmal leisten"

Patrick Maier hat seine PES-Karriere noch nicht ganz aufgegeben

Patrick Maier hat seine PES-Karriere noch nicht ganz aufgegeben. kicker eSport

kicker eSport: Hallo Patrick, stelle Dich doch bitte unseren Lesern kurz vor.

Maier: Hey! Ich heiße Patrick Maier, bin 23 Jahre alt und komme aus dem nordhessischen Baunatal, wohne mittlerweile allerdings in Südhessen. Ich nehme seit 2010 an PES-Turnieren teil und konnte letztes Jahr nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels auch die Weltmeisterschaft in Dubai gewinnen.

kicker eSport: Du hast mittlerweile auch schon das neue PES 2015 anspielen können, wie lautet dein Fazit?

Maier: Ich habe es leider nur kurz anspielen können, da ich aufgrund eines wichtigen Termins früher abreisen musste. Der erste Eindruck ist, dass das Spiel wieder etwas schneller und direkter zu sein scheint und nicht mehr so verzögert und einschläfernd, wie es noch bei PES 2014 der Fall war. Allerdings merkte man von Beginn an, dass PES 2015 PES 2014 als Grundlage hat. Das hat mir, da ich PES 2014 überhaupt nicht mochte, natürlich gar nicht gefallen.

kicker eSport: Erhan Kayman war von der Version auch noch nicht so begeistert. Das Gameplay war ihm auch zu stark an den 2014er Teil angelehnt.

Maier: Auch ich sehe diesen Punkt nicht positiv, da PES 2014 seit langem der schlechteste PES-Teil war. Wieso die Grundlage von PES 2013 nach wie vor komplett verworfen bleibt, kann ich mir nicht erklären.

Ich möchte endlich wieder mehr Spielkontrolle als in PES 2014 haben.

kicker eSport: Was muss man Deiner Meinung nach noch an PES 2015 verbessern, damit es den Spielern gefällt?

Maier: Diverse Spielfehler aus PES 2014 müssen entfernt werden, das Spiel sollte wieder direkter und schneller werden - wie es in der ersten Anspiel-Version bereits teilweise war - und ich möchte endlich wieder mehr Spielkontrolle als in PES 2014 haben. Das Spielerverhalten war viel zu schwammig und ungenau, das Ballhalten teilweise nur eine Glückssache. In PES 2013 hingegen konnte man wunderbar den Ball halten und sich durch einen konzentrierten Spielaufbau Torchancen kreieren. Konami muss endlich wieder das PES-Feeling zurück auf den virtuellen Rasen bringen.

kicker eSport: Glaubst Du, es wird eine Konkurrenz für FIFA 15?

Maier: Ich hoffe es, bin da allerdings skeptisch. Nochmal so einen Bock wie mit PES 2014 darf sich Konami nicht leisten. Ich hoffe, sie wissen das und arbeiten mit Hochdruck an einem Comeback für die PES-Serie.

kicker eSport: Zuletzt hattest Du angemerkt, dass Du auch mehr FIFA trainieren möchtest. Wie sind Deine Fortschritte in dieser Hinsicht?

Maier: Ja, ich habe FIFA begonnen zu spielen. In meinem ersten GO4FIFA Cup musste ich zwar bereits in Runde 1 die Segel streichen, aber im nächsten GO4FIFA Cup konnte ich bereits das Viertelfinale erreichen. Da ich kürzlich aber umgezogen bin und in der neuen Wohnung noch kein Internet habe, liegt das Projekt FIFA aktuell gezwungenermaßen auf Eis.

FIFA ist zwar nicht schlecht, aber dort fehlt mir aktuell noch das gewisse Etwas.

kicker eSport: Du bewegst dich in der FIFA- und PES-Szene gleichermaßen - wie siehst Du die Zukunft für den Fußball-eSport? Ist eine Entwicklung erkennbar oder stagniert es für Dich eher?

Maier: Ich hoffe, dass die Wichtigkeit und die Popularität des eSports im Bereich Fußball in Zukunft zunehmen werden. Eine “Szene” wie die von LoL oder Dota wäre sehr wünschenswert, denn dort sind der “Hype”, die Größe der Community und auch die Preisgelder aktuell in einer anderen Welt als die von PES und FIFA.

kicker eSport: Bei den PES World Finals 2014 hattest Du eine weitere Karriere als PES-Spieler nicht ausgeschlossen. Wie sehen Deine Zukunftspläne derzeit aus?

Maier: Ich muss natürlich zuerst sehen, wie PES 15 wird. Sollte es ein Comeback für die PES-Serie geben, werde ich PES definitiv weiterspielen. FIFA ist zwar nicht schlecht, aber dort fehlt mir aktuell noch das gewisse Etwas.

Nicole Lange