Bundesliga

Zieler-Vertreter Almer: "Man hat keine Garantien"

Österreichs "1" spielt in Hannover die Nummer 2

Zieler-Vertreter Almer: "Man hat keine Garantien"

Robert Almer am Montag im 96-Trainingslager

Die neue Nummer zwei bei Hannover 96: Robert Almer. imago

Aus Hannovers Trainingslager in Bad Radkersburg berichtet Michael Richter

Am Montagvormittag absolvierte der 30-Jährige im Trainingslager der Niedersachsen in der Steiermark seine erste Einheit mit den neuen Kollegen. "Ich freue mich, wieder im Mannschaftstraining zu sein." Die Rolle bei 96 ist für ihn eindeutig definiert: Almer ist designierter Stellvertreter für Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler, der nach seiner WM-Teilnahme und anschließendem Urlaub am kommenden Montag in Hannover wieder ins Training einsteigt. "Es war von vornherein klar, dass ich als Nummer 2 geholt wurde", so Almer, der auf dem Trikot die 39 tragen wird, "ich versuche, die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen."

Spielersteckbrief Almer

Almer Robert

Um nach seinem einen Jahr bei Fortuna Düsseldorf (2012/13) wieder in der Bundesliga zu landen, schlug Almer weitere Angebote aus der zweiten deutschen Liga aus. "Die Bundesliga ist nun einmal eine der besten Ligen der Welt. Das Gesamtpaket muss passen, für mich und meine Familie. Der neue Verein sollte auch verkehrsgünstig liegen, die Angebote aus der zweiten Liga kamen eher aus dem östlichen Deutschland." Von Hannover nach Wien dagegen gibt es täglich direkte Flüge von nur etwas mehr als einer Stunde Dauer.

Hinter Zieler, mit dessen Verbleib 96 fest rechnet, muss Almer seinen Posten gegen den bisherigen Reservekeeper Markus Miller verteidigen, wenn dieser die Nachwirkungen seiner Knieoperation überwunden hat. Almer gelassen: "Konkurrenzkampf belebt das Geschäft. Man hat doch allgemein keine Garantien." Im Trainingslager besteht Miller ein reduziertes Programm bislang problemlos. Zu heikel aber erschien Hannovers Coach Tayfun Korkut die Situation im Tor, die durch die Verletzung des dritten Mannes Samuel Radlinger (ebenfalls Knie-OP) zusätzlich verschärft wird. "Zum Start müssen wir über zwei gestandene Torhüter verfügen", hatte der Trainer gefordert.

Im ÖFB-Team will es Almer wie Romero machen

Ohne große Aussicht auf bedeutende Einsätze in Deutschland muss Almer, dessen Vertrag bei Energie Cottbus im Juni ausgelaufen war, nun zudem versuchen, seinen Status in der österreichischen Auswahl zu wahren. "Ob ich erster Mann bin, entscheidet der Teamchef. Fakt ist, dass ich dort die letzten 15 Spiele gemacht habe. Solange ich in der Nationalmannschaft meine Leistung bringe, sehe ich kein Problem. Der Argentinier Romero hat bei der WM auch für sein Land gespielt, obwohl er im Verein in Monaco nicht erste Wahl war."

In seiner Zeit in Düsseldorf, in der er auch wenig gespielt habe, sei er sogar erst zum Nationalspieler geworden. Im Kampf um ein Ticket für Frankreich 2016 sieht Almer in der Qualifikationsgruppe G vor allem zwei schwere Gegner auf Österreich zukommen: "Die Russen haben eine gute Mannschaft. Und vor allem auch die Schweden schätze ich stark ein."