Dresden: Besonderes Augenmerk auf dem Torhüter-Duell

Böger nimmt "Alteingesessene" in die Pflicht

Ließ sich gerade in der Torhüter-Frage noch zu keinem Fingerzeig verleiten: Dynamo-Coach Stefan Böger.

Ließ sich gerade in der Torhüter-Frage noch zu keinem Fingerzeig verleiten: Dynamo-Coach Stefan Böger. Imago

Gefragt sind gerade in der Zeit des Aufbruchs jene Kicker, denen die besondere Atmosphäre im Dresdner Stadion und das oftmals kritische Umfeld nicht neu sind. Benjamin Kirsten, Robert Koch, Cristian Fiel, Marco Hartmann, Markus Scholz und auch der junge Tobias Müller wurden frühzeitig mit einer Sonderaufgabe bedacht. "Ich habe den Jungs von Beginn an kommuniziert, dass sie in der Pflicht sind. Sie müssen integrieren, führen, vorne weggehen", sagt Dynamo-Cheftrainer Stefan Böger.

Der Fokus richtet sich dabei auf den Zweikampf im Tor: Da sowohl Kirsten als auch Scholz dem Verein nach dem Abstieg treu geblieben sind, ist die Ausgangssituation die gleiche. Kirsten, 2008 in Sachsens Landeshauptstadt gewechselt, war lange Zeit die unangefochtene Nummer 1. Der Sachse steht sinnbildlich für den Verein, liebt die Nähe zu den Anhängern und versteckt sich nach kritischen Situationen nicht vor dem Mikrofon.

Bögers Entscheidungen erfahren zuerst die Spieler

Das wird honoriert. Auch als Kirsten vorige Saison Unsicherheiten zeigte, standen die Fans zu ihm. Und vorerst auch Ex-Coach Olaf Janßen. Doch nach der Winterpause schenkte er überraschend und unangekündigt Markus Scholz das Vertrauen. Der Ex-Bochumer, seit 2012 bei Dynamo, spielte solide - und wurde durch eine Fingerverletzung gestoppt.

Die Vorbereitung ließ bisher keinen Fingerzeig zu. "Beide sind gute Torhüter, haben eine gute Vorbereitung absolviert und regelmäßig ein Feedback von mir erhalten. Es gab für mich keine Ausschläge nach oben oder unten", sagt Böger, der dennoch seine Entscheidung getroffen hat: "Für mich gilt immer der Grundsatz, dass diese zuerst die Spieler erfahren und nicht die Öffentlichkeit."

Egal wer den Zuschlag erhält: Damit sich die Hierarchie nicht festsetzt, sondern der Zweikampf stetig lebt, kommt der Kommunikation zwischen den Keepern, und der von Böger, eine große Bedeutung zu. Denn Konkurrenz belebt das Geschäft.

Eva Wagner