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"Lehrer" Sabella erklärt Messi und das Mentale

Argentinien: Messi ist der neue Maradona

"Lehrer" Sabella erklärt Messi und das Mentale

Alejandro Sabella

Fokus WM-Sieg - doch zunächst kommt die Schweiz: Argentiniens Trainer Alejandro Sabella. Getty Images

Auf die Nachfrage, ob der Coach denn schon wisse, mit welcher Aufstellung oder Taktik er ins Rennen gehen werde, sagte dieser auf der Pressekonferenz rund 24 Stunden vor der Partie: "Nein, noch nicht. Aber ich habe ja im Hotel noch mindestens bis Mitternacht Zeit, um darüber nachzudenken." Auf die Anschlussfrage, ob sich der 59-Jährige denn so spät noch anrufen ließe, folgte prompt die Antwort: "Sie können mich immer anrufen. Aber glauben Sie nicht, dass ich um diese Zeit noch ans Telefon gehen werde."

Humor braucht es scheinbar, um den Druck, dem sich die Albiceleste ausgesetzt sieht, zu verarbeiten: Nichts Geringeres als der WM-Titel muss her. Den letzten tüteten die Argentinier 1986 ein, seitdem wartet das heimische Fußballvolk auf den dritten Triumph nach 1978 und eben 1986. "Die K.o.-Phase ist eine völlig neue Etappe, du kannst dir jetzt keine Fehler mehr leisten", betonte Sabella nochmals und machte damit klar, dass für sein Land ein Ausscheiden keine Option darstellt. "Eine WM zu gewinnen, ist eine riesige Motivation an sich. Wir versuchen das jetzt schon seit 1986, das zeigt: Es ist nicht so einfach." Bei den Großturnieren 2006 in Deutschland (2:4 i.E.) und 2010 in Südafrika (0:4) war die Albiceleste stets im Viertelfinale gescheitert - immer gegen die DFB-Elf. Dieses Duell wird es dieses Mal definitiv nicht in der Runde der letzten Acht geben, denn als Sieger würde der Gegner entweder Belgien oder USA heißen (Dienstag, 22 Uhr MESZ, LIVE! bei kicker.de).

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Aguero Sergio

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Lavezzi Ezequiel

Weltmeisterschaft - Tabelle - Gruppe F
Pl. Verein Punkte
1
Argentinien
9
2
Nigeria
4
3
Bosnien-Herzegowina
3
Trainersteckbrief Sabella

Sabella Alejandro

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Wie sehr die Heimat Angst vor einem weiteren vorzeitigen Ausscheiden hat, zumal noch im Land des Erzfeindes Brasilien, zeigte alleine die Schlagzeile der Tageszeitung "Clarin": "Könnte sich das Favoriten-Etikett, das Messi und Co. auf ihrem Rücken tragen, gegen sie wenden und in einen Bumerang verwandeln?"

Selbst der Trainer redet nur von Messi

Lionel Messi und Alejandro Sabella

Sein Diego Maradona ist Lionel Messi: Trainer Alejandro Sabella. Getty Images

Abhilfe soll natürlich einer schaffen, der schon in der Vorrunde mit vier Treffern glänzte: Superstar, Hoffnungsträger und Zauberfuß Lionel Messi, der nach dem 3:2-Erfolg gegen Nigeria gar mit dem Planeten Jupiter in Verbindung gebracht wurde . "La Pulga" (der Floh) ist auch für Trainer Sabella der Mann, der alles entscheiden wird: "Messi spielt eine großartige Weltmeisterschaft. Aber das hat er selbst von sich erwartet und das haben wir von ihm erwartet. Das haben seine Teamkollegen erwartet und das hat auch das gesamte argentinische Volk erwartet." Auch einen Vergleich mit Idol Diego Maradona, dem Weltmeister von 1986, scheute der Übungsleiter nicht: "Damals war Maradona entscheidend, Messi ist es jetzt."

Ein Gramm Neuronen ist wichtiger als ein Kilo Muskeln.

Alejandro Sabella

Sabella machte damit klar, dass seine Nummer zehn der entscheidende Faktor ist - und eben nicht das System oder die Taktik: "Es gibt verschiedene Schemata, um zum Erfolg zu kommen. Barcelona unter Josep Guardiola war nahezu perfekt, aber auch Bayern München unter Jupp Heynckes konntest du praktisch nicht besiegen. Das war wie eine Maschine, die ihre Gegner zerquetscht hat." Zu guter Letzt verkündete Sabella noch einmal eine Botschaft, die klar machte, auf was es ihm ankommt - und zwar auf die Einstellung des Teams: "Wäre das Mentale ein Muskel, wäre er entscheidend. Ein Gramm Neuronen ist aber wichtiger als ein Kilo Muskeln."