Die "Three Lions" im Kreuzfeuer der Kritik

England "gedemütigt, vernichtet und beerdigt"

Gary Cahill & Leighton Baines

Abgewatscht: Für England (hier: Gary Cahill, li. und Leighton Baines) hagelte es Kritik. imago

England ist unzufrieden mit dem Abschneiden seiner Nationalmannschaft: 2006 überstanden die "Three Lions" die Vorrunde noch als Erster vor Schweden, Paraguay sowie Trinidad und Tobago. Im Viertelfinale war dann aber gegen Portugal Schluss (1:3 i.E.). 2010 rettete sich England hinter den USA und nur knapp vor Slowenien als Zweiter ins Achtelfinale, kassierte dort aber eine 1:4-Klatsche gegen Deutschland. Und 2014? In der Hammer-Gruppe mit Italien (1:2), Uruguay (1:2) und Costa Rica (Dienstag, 18 Uhr MESZ, Belo Horizonte) droht nach zwei Niederlagen das frühe Aus in der Vorrunde.

Wir sind durch!

The Sun

Für das Mutterland des Fußballs wäre das selbstredend der Super-GAU. Entsprechend watschte die englische Presse die "Three Lions" nach dem Uruguay-Spiel ab: "In den vergangenen Jahren war Englands Untergang immer eine zähe Angelegenheit. Diesmal wird er wenigstens kurz und knackig", lästerte der "Independent". Die Sun hat sämtliche Achtelfinal-Hoffnung schon aufgegeben und titelte ironisch: "Wir sind durch!"

Blamiert von einem Spieler, der vor einem Monat noch im Rollstuhl saß.

The Telegraph

Besonders schmerzhaft: Ausgerechnet Premier-League-Torschützenkönig Luis Suarez, der in der abgelaufenen Saison 31 Liga-Tore für den FC Liverpool knipste, schoss England mit einem Doppelschlag (39. und 85.) ab. "Blamiert von einem Spieler, der vor einem Monat noch im Rollstuhl saß", schrieb der "Telegraph" unter spielte damit auf die Meniskus-OP an, der sich der Uruguayer vor dem Turnierstart unterziehen musste.

Es ist Zeit für die nächste Generation.

The Telegraph

Natürlich machte der mediale Rundumschlag auch vor einzelnen Spielern nicht halt. Im Kreuzfeuer der Kritik: Kapitän Steven Gerrard. "Gerrard war die größte Enttäuschung", urteilte der Mirror über den 34-Jährigen. "Er war ein guter Kapitän, aber es wird Zeit, aufzuhören", ergänzte der Telegraph: "Sein Fehler vor dem 1:2 wird das Ende einer Ära markieren. Es wird Zeit für die nächste Generation." Diese steht tatsächlich schon in den Startlöchern: Mit Raheem Sterling (19), Luke Shaw (19), Ross Barkley (20), Alex Oxlade-Chamberlain (20), Phil Jones (22), Danny Welbeck (23), Daniel Sturridge (24) und Jordan Henderson (24) stehen schon jetzt ambitionierte Spieler im WM-Kader.