WM

Frust trotz Tor-Premiere: Rooney sagt nur drei Worte

Hodgson schließt Rücktritt nicht aus

Frust trotz Tor-Premiere: Rooney sagt nur drei Worte

Wayne Rooney

Wayne Rooney schoss sein erstes WM-Tor im zehnten Spiel - England bleibt in Brasilien trotzdem punktlos. picture alliance

Aus Sao Paulo berichtet Hans-Günter Klemm

"No, today not!" Alle in dem Interviewbereich der WM-Arena in Sao Paulo hörten die Worte. Die einzigen Worte, die Wayne Rooney an diesem Abend sprach. Eilenden Schrittes entschwand er aus der so genannten Mixed Zone, die im Unterschoss des Stadions in Itaquera besonders geräumig gestaltet ist.

Spielersteckbrief Rooney
Rooney

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Trainersteckbrief Hodgson
Hodgson

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Rooney brauchte nicht lange, um diesen Parcours an Diktiergeräten, Mikrofonen und Kameras vorbei zu bewältigen. Ein Marsch wie ein Sinnbild: Nur schnell weg hier, weg vom Ort des Debakels, das sich bei der Weltmeisterschaft für den englischen Fußball anbahnt.

Es muss schon einiges zusammenkommen und gut laufen in den letzten Spielen, dass die Auswahl aus dem Mutterland des Fußballs nicht die frühzeitige Heimreise antreten muss. Genauer gesagt: Italien muss seine beiden ausstehenden Gruppenspiele gegen Costa Rica und Uruguay gewinnen, England Costa Rica hoch genug schlagen. Seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung kam nur Chile 1998 einmal mit lediglich drei Punkten weiter, nach drei Unentschieden allerdings.

Wir stehen nach zwei Spielen so dumm da.

Steven Gerrard

"Unsere Chancen sind unglaublich gering", machte sich Roy Hodgson nichts vor nach dem deprimierenden 1:2 gegen Uruguay. Dem Coach war bewusst, "dass wir heute ein Resultat gebraucht hätten". Ein gutes Ergebnis blieb erneut aus wie auch schon im ersten Vorrundenspiele gegen Italien (1:2), sodass ein Scheitern in Brasilien programmiert scheint. Es sei schon frustrierend, kommentierte Kapitän Steven Gerrard: "Wir haben zweimal gut gespielt, sind zweimal zurückgekommen und stehen nach zwei Spielen so dumm da."

Sollte es zum WM-Aus kommen, so dürfte dies auch Konsequenzen für Hodgson haben, der zuletzt bei der Europameisterschaft im Viertelfinale mit den Three Lions scheiterte. Der 66-Jährige weiß um diese Konstellation und zeigte sich wesentlich gesprächiger als sein Superstar Rooney. Noch vor dem Rückflug nach Rio, wo das Team in Botafogo Quartier bezogen hat, teilte der erfahrene Trainer seine Gedanken mit und schloss einen Rücktritt nicht mehr aus.

Rooney vergibt zwei weitere Großchancen

Rooney saß da schon längst im Mannschaftsbus. Er wird sich dort seine Gedanken gemacht haben, welches Schicksal er bei Weltmeisterschaften erleiden muss. In Brasilien spielt er sein drittes Turnier, das wiederum erfolgslos zu enden droht. In Sao Paulo spielte er sein zehntes Spiel. Zuvor war der umstrittene Starspieler von Manchester United torlos geblieben, was ihm einigen Spott eingebracht hat.

Auch gegen Uruguay, übrigens Englands Angstgegner, weil auch in der vierten WM-Partie kein Sieg gelang, drohte sich diese negative Serie fortzusetzen. Rooney köpfte an die Latte und schoss Keeper Muslera an. Bei zwei Großchancen also erneut im Pech, ehe sich das Glück auf seine Seite zu schlagen schien. Johnsons scharfe Hereingabe drückte er zum zwischenzeitlichen Ausgleich über die Linie. Das Ende des WM-Traumas? Die Antwort darauf gab Luis Suarez, der Widerpart auf der anderen Seite. Rooneys wortloser Abgang war auch eine Antwort. Er besagte mehr als tausend Worte.

Bilder zur Partie Uruguay - England