Herthas Kader platzt aus allen Nähten

Preetz will Neue und muss Alte loswerden

Michael Preetz

Muss den eigenen Kader ausdünnen: Herthas Manager Michael Preetz. imago

Als Trainer darf man sich wohl nicht beschweren, wenn nach einer langen Saison auch noch Überstunden anstehen, um begehrte Spieler vom eigenen Verein zu überzeugen. Zumindest Jos Luhukay tut das nicht. Ganz im Gegenteil: Der Hertha-Coach fuhr sogar nach Amsterdam, um dort mit dem potenziellen Neuzugang Johnny Heitinga zu sprechen - und kam nicht ohne die mündliche Zusage seines Landsmanns nach Hause, kommende Saison in Berlin zu spielen.

Heitinga ist also der nächste Neue in der Hauptstadt, wenn auch noch nicht offiziell. Damit wäre er Profi Nummer 32 im Hertha-Kader. Nach der Vertragsverlängerung von Marcel Ndjeng (bis 2015 plus Option) sind es aktuell 31 Spieler, inklusive Stürmer Pierre-Michel Lasogga, um den der Hamburger SV heftig wirbt. Und es sollen noch mehr kommen.

Hertha BSC - Die letzten Spiele
Düsseldorf (H)
3
:
1
Köln (A)
0
:
4
Spielersteckbrief M. Ndjeng

Ndjeng Marcel

Spielersteckbrief Heitinga

Heitinga John

Spielersteckbrief Skjelbred

Skjelbred Per Ciljan

Spielersteckbrief Beerens

Beerens Roy

Spielersteckbrief Lasogga

Lasogga Pierre-Michel

Trainersteckbrief Luhukay

Luhukay Jos

Hertha BSC - Vereinsdaten

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Roy Beerens vom AZ Alkmaar, bei dem es noch immer um die Höhe der Ablöse geht, wäre Nummer 33. Und den im Vorjahr vom Hamburger SV ohne Kaufoption ausgeliehenen norwegischen Mittelfeldspieler Per Skjelbred wollen sie auch noch haben. Die Fronten zwischen den beiden Klubs sind zwar verhärtet - Manager Michael Preetz und HSV-Sportchef Oliver Kreuzer finden bislang keine Basis für einen Wechsel.

Es wird keine Trainingsgruppe zwei geben.

Manager Michael Preetz

Doch sollte der Transfer klappen, hätte der Vorjahres-Aufsteiger 34 Profis unter Vertrag. Darunter finden sich allein fünf (!) Torhüter (Kraft, Jarstein, Gersbeck, Burchert, Sprint). Viel zu viel, wie auch Manager Preetz weiß. "Aber die Zahl wird nicht lange Bestand haben. Es wird keine Trainingsgruppe zwei geben."

Damit die nicht nötig wird, muss Preetz ein paar Spieler abgeben. Ben Sahar, für den sich Aue, Bochum und Ingolstadt interessieren, soll ebenso gehen wie der zuletzt an Bochum verliehene Felix Bastians. Hany Mukhtar soll an einen Zweitligisten ausgeliehen werden. Christoph Janker, Fabian Holland und Sascha Burchert stehen ebenfalls auf der Streichliste. Auch für Ronny und Änis Ben-Hatira wird angesichts der Zugänge (Stocker, Hegeler, Haraguchi, Plattenhardt) die Luft dünner. Mit Per Kluge, zuletzt zur U 23 abgeschoben, wird eine Auflösungsvereinbarung angepeilt.

Das Problem: Viele der Streichlisten-Spieler haben bei Hertha sehr gut dotierte Verträge. Das macht den Abschied nicht gerade leichter. Einer, der noch gar nicht bei den Profis angekommen war, macht es trotzdem vor: U-17-Stürmer Maximilian Pronichev wechselt zu Zenit St. Petersburg.

Den Laden aufräumen - das muss nun Michael Preetz. Trainer Luhukay nämlich hat sich in sein Stamm-Urlaubsdomizil nach Südfrankreich zurückgezogen. Was bis zum Trainingsstart am 30. Juni ansteht, muss also der Manager schultern.