Eishockey

2:5! Deutschlands Viertelfinaltraum platzt

Eishockey-WM 2014: Weißrussland schießt DEB-Auswahl ab

2:5! Deutschlands Viertelfinaltraum platzt

Andrei Stepanov

Scores! Andrei Stepanov dreht nach seinem Anschlusstreffer zum 1:2 jubeln ab. Getty Images

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Nur ein Sieg gegen den Gastgeber würde dem DEB-Team die realistische Chance auf das Viertelfinale erhalten. Bundestrainer Pat Cortina setzte im Tor einmal mehr auf Rob Zepp anstatt Top-Talent Philipp Grubauer. Zudem kam der Nürnberger Yasin Ehliz für den angeschlagenen Matthias Plachta zu seinem ersten WM-Auftritt. In der Abwehr ersetzte Moritz Müller wieder Denis Reul.

Hospelt aus heiterem Himmel

Nach verhaltenen ersten Minuten mit spielerisch leicht überlegenen Weißrussen ging Deutschland, ohne zuvor auch nur einmal Gefahr ausgestrahlt zu haben, praktisch aus dem Nichts in Führung. Kai Hospelt drang in der neunten Minute ins gegnerische Drittel ein und überwand Torhüter Vitali Koval mit einer abgefälschten Bogenlampe. Nach der glücklichen deutschen Führung wirkten die Weißrussen ein wenig geschockt. Daniel Pietta traf in der zehnten Minute das Außennetz. Nach einem perfekten Spielzug über seine Reihenkollegen Frank Mauer und Felix Schütz gelang Alexander Barta, der noch einen Gegenspieler sowie Koval aussteigen ließ, wenig später sogar das sehenswerte 2:0 (12.).

Weißrusslands kanadischer Coach Glen Hanlon nahm nach dem zweiten deutschen Treffer eine Auszeit und rüttelte sein Team damit erfolgreich wach. Noch im ersten Drittel benötigte Team Belarus in Person von Andrei Stepanov nur 22 Sekunden, um das erste Überzahlspiel der Partie zum Anschlusstreffer auszunutzen (15.).

Braun patzt, Weißrussland gleicht aus

Eishockey-WM 2014 in Minsk

Im zweiten Drittel entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch. Dabei sorgte Ex-NHL-Profi Sergei Kostitsyn nach nicht einmal 30 Sekunden mit einem satten Pfostenschuss für Aufregung nicht nur für die vielen Tausend weißrussischen Anhänger in Minsk. Auf der Gegenseite scheiterte Schütz (8.) bei einer guten Konterchance, indem er frei vor dem für Koval zum zweiten Drittel gekommenen Kevin Lalande - einem gebürtigen Kanadier - mit dem Abschluss zu lange zögerte.

Gerade als das DEB-Team die Partie ein wenig zu kontrollieren schien, gelang den Weißrussen der Ausgleich. Constantin Braun verlor den Puck zunächst unnötig an der blauen Linie des gegnerischen Drittels und fiel beim entstandenen Break über Stepanov und Alexei Ugarov auch noch unglücklich hin, sodass Ugarov schließlich seinen Nachschuss gegen Zepp zum 2:2-Ausgleich verwerten konnte (30.).

Zepp sucht seine Sicherheit

Ein starker Beginn der Weißrussen und ein nicht sattelfest wirkender Zepp brachte das DEB-Team schon früh im Schlussabschnitt auf die Verliererstraße: Weil der Berliner Torhüter in der 43. Minute einen allerdings noch abgefälschten Schuss nicht richtig sichern konnte, gelang dem in Potsdam geborenen NHL-Profi Mikhail Grabovsky per Abstauber das 3:2. Nur exakt 70 Sekunden später überwand Geoff Platt - wie Lalande und Zepp gebürtiger Kanadier - den deutschen Schlussmann mit einem platzierten Schuss über die Fanghandseite ins kurze Eck (45.). Dem technisch hochveranlagten Grabovsky gelang nach feinem Solo gegen die einen Moment lang unorganisierte DEB-Abwehr noch der 5:2-Endstand (50.). Eine Sekunden vor Ablauf der Spielzeit erhielt der Weißrusse Nikolai Stasenko als unrühmlichem Schlusspunkt der Partie für einen völlig unnötigen Bandencheck gegen Ehliz noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe.

Nach der Niederlage sind die deutschen Chancen auf das Viertelfinale vor den abschließenden beiden Partien gegen Russland (Sonntag, 15.45 Uhr) und die USA (Dienstag, 11.45 Uhr) allenfalls noch theoretischer Natur. Der Abstieg droht Deutschland indes nur in dem unwahrscheinlichen Fall, dass Außenseiter Kasachstan (zwei Punkte aus fünf Spielen) in seinen letzten beiden Vorrundenpartien gegen die Schweiz am Samstagabend und Finnland (Montag) vier Punkte oder mehr holt.