Potsdam: Nachspiel nach dem Topspiel

Anonma: Blackout oder rassistische Beleidigung?

Genoveva Anonma

Gesprächsbedarf: Genoveva Anonma (re.). imago

Was war passiert in der 16. Minute des Top-Spiels in Wolfsburg? Zunächst hatte Anonma Abwehrspielerin Noelle Maritz gefoult. Dann, so hat die Stürmerin laut Turbine-Trainer Bernd Schröder erklärt, sei sie von der Wolfsburger Bank aufgrund ihrer Hautfarbe beleidigt worden. Als Reaktion habe sie den Mittelfinger gezeigt und wurde dann von Schiedsrichterin Marija Kurtes nach einem Hinweis von Linienrichterin Katrin Rafalski vom Platz gestellt. Auf dem Weg in die Kabine trat die Stürmerin noch gegen ein Hütchen, das VfL-Trainer Ralf Kellermann traf.

"Es hat eine diskriminierende Bemerkung von der Bank gegeben, deshalb hat sie den Finger gezeigt. Wir werden das prüfen. Wenn das wirklich so gewesen ist, haben wir ein Problem", meinte Schröder, der der Pressekonferenz nach dem Spiel fern blieb.

Anonma hatte einen Blackout. Sie muss sich im Griff haben.

Wolfsburg-Trainer Ralf Kellermann

Die Behauptung der 26-Jährigen aus Äquatorial-Guinea wies Ralf Kellermann von sich und seiner Mannschaft. "Wir haben uns über Anonma geärgert", gibt der Wolfsburg-Coach zu, "es gab aber keine Beleidigung gegen sie. Solange ich hier Trainer bin, würde ich denjenigen nach Hause schicken, sobald ich etwas in dieser Richtung höre. Die Linienrichterin stand dabei, wenn sie so etwas gehört hätte, hätte sie auch reagiert."

Reagieren wird nun der DFB. "Der Kontrollausschuss wird den Bericht der Schiedsrichterin abwarten und mit Beginn der neuen Woche die Umstände prüfen, die im Zusammenhang mit dem Platzverweis der Spielerin stehen", sagte Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, gegenüber dem SID.