St. Pauli will die Saison unbedingt erfolgreich beenden

Identifikationsfigur "Boller": Ein Sieg zum Abschied?

Fabian Boll

Am Sonntag nochmal Kapitän: Fabian Boll absolviert nach zwölf Jahren sein letztes Spiel für St. Pauli. imago

"Wir wollen alle, dass Boller bei seinem letzten Auftritt mit einem sehr guten Spiel verabschiedet wird", sagte Trainer Roland Vrabec am Freitag: "Dem Verein und der Mannschaft geht eine Persönlichkeit verloren. Er kennt den Verein zu 100 Prozent, ist der letzter Verbliebene der sogenannte Goldenen Generation, die den FC St. Pauli von der 3. bis in die 1. Liga gebracht haben", sagte Vrabec über Boll, der die Kiezkicker am Sonntag als Kapitän aufs Feld führen wird. "Hoffentlich hält er nicht nur 30 Minuten, sondern so lange wie möglich durch", so der 40-Jährige, der zugleich klarstellte: "Sollten wir doch nochmal einen Elfmeter bekommen, kann Boller den schießen, wenn er sich denn gut fühlt."

Mit der Nicht-Nominierung Bolls beim Heimspiel gegen Aalen (0:3) vor zwei Wochen hatte Vrabec für Unmut bei den Fans gesorgt. Nun stellt er klar: "Mit ihm geht ein Stückweit Identifikation verloren. Es gilt für uns, wieder solche Persönlichkeiten zu entwickeln."

Ein schöner Boll-Abschied ist das eine, für St. Pauli geht es aber auch darum, die Saison mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen. Nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen sind die Hamburger bis auf Rang acht durchgereicht worden. "Wir müssen aufpassen, dass wir uns diese Saison nicht kaputtmachen", hatte Vrabec unlängst gemahnt. Nun will er sich mit seinem Team wenigstens mit einem Erfolgserlebnis vor heimischer Kulisse in die Sommerpause verabschieden, schließlich soll in der kommenden Spielzeit der nächste Anlauf Richtung Aufstieg unternommen werden. Mit Michael Görlitz (27, FSV Frankfurt) und Daniel Buballa (23, VfR Aalen) hat Sportdirektor Rachid Azzouzi bereits zwei Neuzugänge unter Vertrag genommen.

Wir wollen Leben auf den Platz bringen, uns den Arsch aufreißen und jeden Zentimeter des Rasens beackern.

Roland Vrabec

Vrabec ist zuversichtlich, dass der Negativlauf im letzten Saisonspiel gestoppt werden kann: "Die Mannschaft hat in dieser Woche sehr konzentriert und hochmotiviert trainiert. Sie will Wiedergutmachung betreiben." Auch für durchwachsene Heim-Auftritte. Sieben Pleiten kassierte St. Pauli in dieser Saison in der einstigen Festung Millerntor, in der Heimtabelle steht Platz 15 zu Buche.

Buchtmann und Daube fehlen - Schachten und ein Trio fraglich

Nicht helfen können gegen Aue neben Torhüter Robin Himmelmann auch Christopher Buchtmann und Dennis Daube, die nach Verletzungen geschont werden. Hinter den Einsätzen von Sebastian Schachten (Oberschenkelprobleme), John Verhoek (Wadenprobleme), Kevin Schindler (Kapselreizung im Sprunggelenk) und Jan-Philipp Kalla (grippaler Infekt) stehen noch Fragezeichen.