St. Pauli: Abschiedsspiel gegen Aue?

Boll: "Kein Geheimnis, dass ich traurig war"

Fabian Boll (Mitte)

Will einmal noch auf dem Platz des Millerntors stehen: Fabian Boll (Mitte). picture alliance

Boll ist seit jeher absoluter Publikumsliebling bei den St.-Pauli-Fans, steht bei den Nordlichtern seit 2002 unter Vertrag. Die Zuschauer brachten am Sonntag ihren Unmut über das gänzliche Fehlen des 34-Jährigen im Kader mit Pfiffen zum Ausdruck und gaben auch nach dem Schlusspfiff keine Ruhe.

Als der Stadionsprecher die Aufstellungen verlas und die Fans dabei das Fehlen Bolls bemerkten, huldigten sie in Gesängen ihrem Lieblingsspieler. Dieser zeigte sich zwar beeindruckt, erwähnte jedoch auch, dass er davon nichts ahnte: "Es ist eine Eigendynamik entstanden, mit der ich nicht gerechnet habe. Die Fans hatten wohl das Bedürfnis, mir mitzuteilen, dass ich in den letzten zwölf Jahren nicht so viel falsch gemacht habe." Dass letztlich ein größerer Unmut daraus entstand, fasste Boll auch unter der Prämisse zusammen, dass wohl auch die höchste Heimniederlage gegen Aalen "sicherlich eine Rolle gespielt" hat.

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Der Mittelfeldmann meldete sich am Montag schließlich über die Website des Kiezklubs zu Wort: "Es ist kein Geheimnis, dass ich über die Nichtnominierung enttäuscht und traurig war. Ich hatte schließlich nur noch zweimal die Chance, am Millerntor zu spielen." Im Sommer nämlich geht für den gelernten Polizisten das Kapitel Profifußball zu Ende. Um sich noch einmal sportlich von seinen Anhängern bedanken zu können, bleibt somit nur noch ein Heimspiel übrig - das am 34. Spieltag gegen Aue.

Reinen Tisch gemacht

Im Zuge des gesamten Vorfalls setzten sich Trainer Vrabec, Sportdirektor Rachid Azzouzi und der Mittelfeldmann außerdem an einem Tisch, räumten etwaige Missverständnisse direkt aus der Welt. Bolls Kommentar dazu: "Wir haben uns gut 90 Minuten lang mit offenem Visier unterhalten. Es war ein gutes und klärendes Gespräch. Ich bin nicht nachtragend. Bei mir bleibt nichts zurück, bei Rachid und Roland auch nicht." Mehr noch stand die Zukunft des Vereins auf der Tagesordnung - gerade wegen des verpassten Aufstiegs: "Es ging auch darum, dass der FC St. Pauli nicht wie jeder Fußballklub zu sehen ist, sportliche Gründe nicht immer die oberste Priorität haben sollten und Fingerspitzengefühl sowie das Zwischenmenschliche wichtig sind."