Hamburg: Achte Auswärtsniederlage in Serie

Desolat: HSV taumelt Liga zwei entgegen

Große Enttäuschung: Heiko Westermann war neben Calhanoglu noch Hamburgs Bester in Augsburg.

Große Enttäuschung: Heiko Westermann war neben Calhanoglu noch Hamburgs Bester in Augsburg. imago

Der Gang in die Kurve wurde für Hamburgs Profis, die in ihrer Mehrzahl in den 90 Minuten zuvor bitter enttäuscht hatten, zum Spießrutenlauf. "Wir haben die Schnauze voll", hallte es den Spielern entgegen. HSV-Trainer Mirko Slomka hatte Verständnis für den großen Unmut der Anhänger. "Ich kann unsere Fans verstehen, dass sie maßlos enttäuscht sind. Sie nehmen wieder solche Reisestrapazen auf sich und erleben dann eine solche Leistung", sagte Slomka nach der 1:3 (1:3)-Pleite beim FC Augsburg.

Dabei hatten die Konkurrenten aus Braunschweig und Nürnberg ja mit ihren Niederlagen am Samstag perfekte Steilvorlagen gegeben. Was der HSV aber damit anfing, war schlichtweg nicht bundesligatauglich. "Wir strahlen überhaupt keine Torgefahr aus, egal mit welchem Stürmer. Wenn Heiko Westermann unser bester Torjäger ist, dann ist das einfach zu wenig", sagte ein verzweifelter Slomka bei "Sky".

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Bitteres Startelfdebüt für Maggio

Slomka bot im Sturm überraschend den 20-jährigen Mattia Maggio auf. Beim Bundesliga-Startelfdebüt konnte der Deutsch-Italiener keine gefährliche Aktion zeigen und den verletzten Pierre-Michel Lasogga nicht annähernd ersetzen. Die Maßnahme habe sich als "nicht zielführend" erwiesen, räumte Slomka ein.

"Das war total enttäuschend, wir kämpfen aber weiter. Nächsten Samstag gegen Bayern München werden wir alles versuchen", kündigte Nationalspieler Marcell Jansen an. "Wir müssen bis zum Ende daran glauben, dass wir es schaffen", so Mittelfeldspieler Tomas Rincon. Es klingt wie das berühmte Pfeifen im Walde.

Dicker Adler-Patzer zum 0:3

Der FCA war durch Halil Altintop früh in Führung gegangen (7.), der Türke selbst (32.) sowie André Hahn mit einem fulminanten Fernschuss (43.), den sich HSV-Torhüter René Adler selbst ins Netz faustete, bauten den Vorsprung aus. Kurz vor der Pause gelang Heiko Westermann (44.), der den Ball nach einem Freistoß von Hakan Calhanoglu mit der Schulter ins FCA-Tor verlängerte, der Ehrentreffer. Nur mit dem Mut der Verzeiflung versuchten die Gäste danach, dem Spiel noch eine Wende zu geben - die Qualität dafür war allerdings erkennbar nicht vorhanden.

Ein fehlerhafter Spielaufbau, völlig verunglückte Flanken, haarsträubende Fehler in der Abwehr - in dieser Verfassung ist der HSV kaum zu retten. Nach 51 Jahren in der Bundesliga taumelt der HSV, der die achte Auswärtsniederlage nacheinander kassierte, dem ersten Abstieg entgegen.