2. Bundesliga

DFB schlägt neue Wege gegen Randale ein

Neues Neun-Punkte-Programm ist auf Vorbeugung ausgerichtet

DFB schlägt neue Wege gegen Randale ein

Pyrotechnik im Kölner Block beim Derby in Düsseldorf

Soll aus dem Stadion verbannt werden: Pyrotechnik wie hier im Kölner Block beim Derby in Düsseldorf. imago

Gegen den 1. FC Köln hatte das Gericht am Mittwoch wegen mehrerer Vergehen von Kölner Zuschauern in fünf Spielen zwischen dem 3. August 2013 und dem 9. Februar 2014 eine dreiteilige Strafe ausgesprochen: eine Geldstrafe von 50.000 Euro, der Auflage "30.000 Euro in Projekte und Maßnahmen zu investieren, die der Gewaltprävention und der Ermittlung von Tätern dienen" sowie einen zur Bewährung ausgesetzten Teilausschluss der Zuschauer in den Stehplatzbereichen bei zwei Heimspielen. Letzterer käme zur Anwendung, wenn es in den Spielen des Vereins bis Ende 2014 zu einem "schwerwiegenden Vorfall" kommen sollte.

zum Thema

Dr. Rainer Koch, der für Amateure, Recht und Satzungsfragen verantwortliche 1. Vize-Präsident des DFB, sprach von einem "wegweisenden Urteil, bei dem es vorrangig nicht mehr um die Bestrafung in der Vergangenheit liegender Fälle, sondern um vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung neuerlicher Vorfälle geht". Nur zwei Tage später wurde die neue Linie erneut umgesetzt, als Borussia Dortmund wegen Verfehlungen seiner Anhänger ein ähnliches Urteil zuging. In diesem Fall wurde der drohende Teilausschluss auf sieben Monate zur Bewährung ausgesetzt.

Das Neun-Punkte-Papier, das den Urteilen zugrundeliegt, basiert auf der Arbeit einer Arbeitsgruppe der DFB-Rechtsabteilung. In ihm werden Handlungsstrategien für die Arbeit der Rechtsorgane nach den Beschlussfassungen des DFB-Bundestages am 25. November 2013 in Nürnberg entwickelt.

Die Prämisse: Gewalt, rassistische Äußerungen oder grob unsportliche Verunglimpfungen sowie der Einsatz von Pyrotechnik wertet der DFB als schwerwiegende Verstöße gegen seine Statuten. Sie seien "konsequent sportgerichtlich zu verfolgen, denn nur mit präventiven Maßnahmen lässt sich die übergeordnete Zielsetzung, Zuschauerfehlverhalten im Stadionbereich soweit als möglich zu unterbinden, nicht erreichen", heißt es in dem Strategiepapier, dessen weitere Punkte unter anderem die täterorientierte Sanktionierung, Tataufklärung und Täterermittlung, die Durchsetzung der Stadionordnung sowie die Überführung der Täter und zivilrechtliche Maßnahmen behandeln. Zivilrechtliche Schritte und die gesamtschuldnerische Inanspruchnahme eines überführten Täters haben nach Auffassung der Experten durchaus eine abschreckende, generalpräventive Wirkung.

In der aktuellen Montag-Ausgabe des kicker werden alle neun Punkte des neuen Strategiepapiers erläutert. Lesen Sie unter anderem, warum der DFB Aussagen von Vereinen, man sei gegenüber Vorfällen in den Blöcken machtlos, als "falsch" ansieht, welchen Punkt der Stadionordnung die Vereine insbesondere durchsetzen sollen und welche Maßnahmen fortan im Vordergrund stehen.