Hamburg: Stimmung hatte sich bereits gedreht

Magath wird nicht HSV-Boss

Felix Magath

Keine Rolle beim HSV: Felix Magath sagte am Donnerstagabend den Hanseaten offiziell ab. imago

Zu viele der alten Kräfte beharrten bei den Hanseaten auf ihren Positionen und seien nicht an einem Neuaufbau interessiert, so der 60-Jährige. Magath nennt namentlich Teile des Aufsichtsrates, den Vorstand sowie die Initiatoren der Gruppe HSVplus, die sich gegen ihn gestellt hätten: "Wie soll man mit solchen Voraussetzungen einen Verein erfolgreich durch den Abstiegskampf führen? Einigkeit im Verein hat aber oberste Priorität, ohne sie kann nichts gelingen. Diese notwendige Einigkeit herzustellen, scheint bei diesen unüberschaubaren Gruppen und Einzelinteressen kaum machbar."

Fakt ist, dass sich im Laufe des Mittwochs und des Donnerstags die Stimmung im Aufsichtsrat, der zwischenzeitlich mit 7:4 nahe an einer Zweidrittelmehrheit zugunsten von Magath stand und ihn beinahe zum neuen Klubboss gemacht hätte, wieder zuungunsten des machtbewussten 60-Jährigen gedreht hatte. Dies auch deshalb, weil einzelne Aufsichtsräte Informationen bei ehemaligen Wegbegleitern auf Magaths bisherigen Stationen eingeholt haben - und diese waren nicht alle positiv zugunsten Magaths.

Dieser Umstand spricht nur auf den ersten Blick für diese Aufsichtsräte, denn dies hätten sie ja auch vor der Aufnahme von Verhandlungen mit dem Europapokalhelden von 1983 tun können. So ist der jetzige Vorstand mit Klubboss Carl-Edgar Jarchow und Sportdirektor Oliver Kreuzer öffentlich massiv beschädigt.

Klar ist nun: Das Heft des Handeln liegt wieder beim Vorstand - und der hat sich in Person von Kreuzer am Donnerstag noch einmal festgelegt: Van Marwijk wird im Abstiegsfinale gegen Braunschweig am Samstag auf der Bank sitzen. Und es wird auch sein Finale. Setzt sich der Abwärtstrend weiter fort, so wird auch Kreuzer nicht länger an dem Niederländer festhalten. Ein heißer Nachfolgekandidat ist der Ex-Trainer von Hannover 96, Mirko Slomka.

Sebastian Wolff