3. Liga

FCS taumelt dem Abstieg entgegen

Saarbrücken: Das Missverständnis

FCS taumelt dem Abstieg entgegen

Zum Wegschauen: In Osnabrück hagelte es für Milan Sasic und den 1. FC Saarbrücken die nächste Pleite.

Zum Wegschauen: In Osnabrück hagelte es für Milan Sasic und den 1. FC Saarbrücken die nächste Pleite. Imago

In nunmehr 15 Ligaspielen unter Sasic holte der FCS läppische 14 von 45 möglichen Zählern. Sasic schaffte es bislang nicht, aus den 13, teils hochkarätigen Neuzugängen, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Ordnet man die jüngsten "Sasic raus"-Rufe ein und horcht in das Innenleben des verunsicherten Teams hinein, wird es schwer, ein Fünkchen Hoffnung zu entdecken.

Nach der Pleite stellte sich Sasic vor die noch rund 350 mitgereisten Fans, winkte trotz der Schmähungen gegen sich gen Fanblock und applaudierte. Während der Coach die Aktion zur Solidarisierung mit den Anhängern erklärte ("Unsere Fans haben das nicht verdient, was wir geleistet haben - deshalb sind wir zu Recht ausgepfiffen worden"), nahmen diese das eher als Affront und weiteres eklatantes Missverständnis in der Beziehung zwischen Sasic und dem FCS wahr. Sein autoritärer Führungsstil und die Nähe zu Spielerberater Guido Nickolay (betreut 5 der 13 Neuen, insgesamt 11 Spieler im Kader) sorgen im Klub für großes Bauchgrummeln.

Präsident Hartmut Ostermann stattete Sasic im September mit der größtmöglichen Machtfülle aus, öffnete für die Flut an neuen Spielern den Geldbeutel und muss nun fürchten, dass all seine teuren Investitionen den Bach heruntergehen. Der Negativlauf scheint nicht mehr zu stoppen, die Forderungen nach einem Trainerwechsel sind kaum mehr zu ignorieren. Die letzte Patrone aber muss sitzen: Neben neun Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz ist die schlechte Tordifferenz ein enormes Handicap. 14 Partien sind es nur noch - die letzten fünf unter Sasic gingen allesamt verloren.

Horst Fried