Hamburg: Mancienne fällt aus

Van Marwijk: "Wir können zehnmal am Tag trainieren"

Bert van Marwijk

HSV-Coach Bert van Marwijk bläst im hohen Norden eine steife Brise entgegen. picture alliance

Der 61-Jährige nutzte die Pressekonferenz, um sich erneut gegen den von manchen Seiten geäußerten Vorwurf, zu wenig und zu lasch trainieren zu lassen, zu wehren. Denn van Marwijk bittet seine Profis in der Regel nur einmal täglich auf den Übungsplatz, auch nach dem desaströsen 0:3 gegen Schalke 04 gab er seinen Akteuren mehr als 48 Stunden frei.

Auf der einen Seite kann er die Kritik an seiner Person nach vier Niederlagen in Folge nachvollziehen: "Das gehört zu diesem Beruf. Wenn so etwas passiert, bekomme ich noch mehr Energie. Ich bin verantwortlich, dessen bin ich mir bewusst", sagte er.

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Spielerprofil
Bundesliga - 19. Spieltag
19. Spieltag
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Pl. Verein Punkte
1
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53
2
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40
3
Borussia Dortmund
36
4
FC Schalke 04
34
5
Bor. Mönchengladbach
33
6
VfL Wolfsburg
30
7
1. FSV Mainz 05
30
8
Hertha BSC
28
9
FC Augsburg
28
Tabelle Bundesliga

Auf der anderen Seite nahm er die Mannschaft in die Pflicht: "Wir können zehnmal am Tag trainieren, wir können laufen, in die Berge, wir können soviel trainieren wie wir wollen", so van Marwijk. Entscheidend sei aber nicht nur das Training, sondern auch die Einstellung und Mentalität der Profis, um Spiele zu gewinnen. Dies habe auch mit Charakter zu tun, so van Marwijk. Seine Feststellung vom Donnerstag, dass beim HSV alles ein bisschen eingeschlafen sei, richte sich deshalb in erster Linie an die Spieler: "Sie sind nun die Ersten, die aufwachen müssen!"

Ich überlege, ob ich Mark van Bommel mit in das Training nehme.

Bert van Marwijk

Bereits in der Partie bei der TSG Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! auf kicker.de) möchte van Marwijk eine positive Körpersprache seiner Spieler sehen: "Wenn einer negativ ist, schmeiße ich ihn raus", drohte er seinen Akteuren. Allerdings bemängelte van Marwijk, dass in der jetzigen Spielergeneration Persönlichkeiten wie zum Beispiel Stefan Effenberg oder Lothar Matthäus nur sehr schwer zu finden seien. Einer der letzten "Aggressiv-Leader" sei ein Landsmann gewesen. "Ich überlege, ob ich Mark van Bommel mit in das Training nehme", witzelte van Marwijk über den ehemaligen Bayern-Spieler. Allerdings könne dieser auch nur einmal am Tag trainieren, da er ja derzeit seinen Trainerschein mache und deshalb beschäftigt sei.

Einer, der im defensiven Mittelfeld mal dazwischenfahren, dem Gegner wehtun könnte, wäre Milan Badelj. Der Kroate übte Selbstkritik und verteidigte seinen Trainer: "Wir trainieren optimal. Ein paar wollen mehr trainieren, ein paar andere weniger", so der Mittelfeldspieler: "Aber das ist nicht der Grund für die schlechten Spiele".

Bouy erlitt Zehenverletzung - Mancienne Fingerbruch

Noch ist fraglich, mit welchem Nebenmann Badelj in Hoffenheim die defensive Zentrale im Mittelfeld besetzen wird. Zwar wäre Tolgay Arslan ein Kandidat für die Bank, doch Neuzugang Ouasim Bouy hat eine Zehenverletzung und muss Schmerzmittel nehmen. Hinter dem 20-Jährigen steht ein Fragezeichen. Bliebe noch Tomas Rincon, der seine Sperre gegen Schalke abgesessen hat und wieder zur Verfügung steht.

Definitiv fehlen wird auch Michael Mancienne. Der Engländer hat sich im Training den Ringfinger der linken Hand gebrochen und wurde bereits operiert. Van Marwijk rechnet mit einer Zwangspause von bis zu vier Wochen. Damit vergrößert sich das Lazarett, in dem sich weiterhin Keeper René Adler (Bänderriss) sowie die Angreifer Maximilian Beister (Kreuzbandriss) und Pierre-Michel Lasogga (Muskelfaserriss) befinden. Van Marwijk verriet nicht, wie er den Torjäger zu ersetzen gedenkt. Erste Alternative wäre Jacques Zoua als Stoßstürmer, aber auch eine Lösung mit Hakan Calhanoglu wäre denkbar. "Das sind zwei Möglichkeiten", so der Coach.

Ob Johan Djourou spielen kann, werden die kommenden Trainingseinheiten zeigen. Der Schweizer Nationalspieler steht nach einem auskurierten Muskelfaserriss in der Wade seit Mittwoch wieder im Mannschaftstraining. "Wir müssen abwarten, ob er am Samstag schon wieder zum Kader gehört", sagte der Trainer.