Viktoria Köln: Nur 2:2 gegen RWE

Pellatz-Paraden reichen nicht

Nico Pellatz bei seinem Pflichtspieldebüt für die Viktoria.

Nico Pellatz bei seinem Pflichtspieldebüt für die Viktoria. Imago

Mit breitem Grinsen lief Waldemar Wrobel, Trainer von Rot-Weiss Essen, durch den Pressebereich des Höhenberger Sportparks. Mit ausufernden Bewegungen parlierte er über die Geschehnisse des Nachmittags. Irgendwann begab sich Wrobel dann aber doch in den Essener Mannschaftsbus - und wird sich dort womöglich leise ins Fäustchen gelacht haben.

Einen 0:2-Rückstand hatte sein Team zuvor beim FC Viktoria Köln aufgeholt. Der Ausgleich in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang RWE gar mit neun Feldspielern, weil Vincent Wagner mit Gelb-Rot (85.) vorzeitig unter die Dusche musste. "Für die Zuschauer war es natürlich ein sehr spannendes Spiel", meinte Wrobel, gab aber auch zu: "Nach einem 0:2 ist es gerade bei einem Gegner wie Viktoria Köln schwierig, zurückzukommen. Am Ende ist es glücklich, wenn man in der Nachspielzeit zum Ausgleich kommt." Sein Kölner Pendant, Claus-Dieter Wollitz, war wegen des späten Gegentreffers zwar nicht missmutig gestimmt, glücklich über den einen Zähler war Viktorias Trainer nach einem kuriosen Spielverlauf aber nicht: "Wir hatten zwei riesige Chancen, das 3:1 zu machen", sagte Wollitz kopfschüttelnd. "Dass wir mit der letzten Aktion der Partie einen Treffer kassieren und nicht belohnt werden, ist natürlich ärgerlich."

Die Neuen überzeugen

Immerhin: Mit gleich vier Zugängen in der Startelf präsentierte sich der FC Viktoria im Gegensatz zu den letzten vier Partien vor der Winterpause wieder als ein Team; einer ackerte für den anderen, und auch die Winterneuerwerbungen präsentierten sich in ansprechender Verfassung. Markus Brzenska verlieh der zuletzt wackeligen Defensive dank seiner großen Routine Stabilität - zumindest 92 Minuten lang. Mirco Born deutete vor allem in der Anfangsphase seine Qualitäten an und Marcel Deelen, der erst am Freitag von Borussia Dortmund II an den Rhein gelotst worden war, absolvierte einen grundsoliden Part auf der rechten Außenbahn.

Den besten Eindruck hinterließ allerdings Nico Pellatz: Der jüngst von Dynamo Dresden verpflichtete Keeper entschärfte mit seinen Reflexen gleich zwei Essener Großchancen. Dass der 27-Jährige bei seinem Debüt zweimal hinter sich greifen musste, war schlicht Pech. "Dafür, dass unsere letzten drei Neuzugänge erst zweimal mit der Mannschaft trainieren konnten, war das doch sehr ordentlich", sagte Wollitz anerkennend.

Oliver Löer