St. Pauli: Boll will sich rankämpfen

Bartels ist Azzouzis nächstes Projekt

Soll langfristig am Kiez bleiben: Fin Bartels.

Soll langfristig am Kiez bleiben: Fin Bartels. imago

Seine erste Mission als Cheftrainer startet am heutigen Montag. Mit einer mutigen Vorgabe. "Unser Ziel ist es, an den Aufstiegsplätzen dranzubleiben", sagt Roland Vrabec, "und wenn wir drei, vier Spiele vor Schluss noch dabei sind, wollen wir auch angreifen." St. Paulis von der Interims- zur Dauerlösung beförderter Coach plant in der Rest-Rückrunde den Angriff - und Rachid Azzouzi die Zukunft.

Die Verpflichtung von Werders Tom Trybull (20) bis 2017 war nur der Anfang. In dem defensiven Mittelfeldspieler sehen Sportchef und Trainer sowohl einen Mann mit Zukunft als auch eine Sofort-Hilfe. "Wir hatten schon im Sommer Kontakt zu ihm", sagt Azzouzi, "er kann uns weiterhelfen."

Klar wird mit dem Trybull-Transfer auch die Richtung: St. Pauli setzt unverändert auf junge Profis mit Entwicklungspotenzial. Aber: Auch erfahrene Eckpfeiler sollen weiterhin das Gerüst bilden. 13 Profi-Verträge laufen im Sommer insgesamt aus, darunter die von der lange verletzten Klub-Ikone Fabian Boll (34), dem zwischen Bank und Startelf pendelnden Routinier Florian Kringe (31), den Stammkräften Florian Mohr (29) und Sören Gonther (27) sowie den derzeit unverzichtbaren Leistungsträgern Markus Thorandt (32) und Fin Bartels (26).

Mit Thorandt und Bartels haben die ersten Verhandlungsrunden bereits stattgefunden. Azzouzi will das Duo unbedingt halten, hat bereits erste Offerten gemacht. Abwehr-Chef Thorandt, er wird im April immerhin 33, soll zunächst für eine Spielzeit verlängern, bekäme aber eine an Einsatzzeiten gekoppelte Option auf ein zweites Jahr. Top-Scorer Bartels (sechs Tore, fünf Assists) soll langfristig gebunden werden. Die generelle Bereitschaft zum Bleiben ist bei beiden da. Auch Bartels bekennt, obwohl seine Leistungs-Explosion nach der Umfunktionierung zum Stürmer Begehrlichkeiten geweckt hat: "Es ist kein Geheimnis, dass ich mich bei St. Pauli sehr wohlfühle."

Boll will sich wieder rankämpfen

Vor wegweisenden Wochen steht Kapitän Boll. Schon im Sommer hatte der Mittelfeldabräumer nach einer Vorsaison voller Blessuren angekündigt, er werde genau abwägen, ob die laufende möglicherweise seine letzte Spielzeit werde. Nach Innenbandriss geht es für ihn mit dem heutigen Vorbereitungsbeginn zunächst einmal wieder um den Anschluss - und dann um die Entscheidung über die eigene Zukunft.

Sebastian Wolff