Ausschreitungen in Bielefeld: 17 Polizisten verletzt

Arminia-Geschäftsführer will Dynamo-Ausschluss diskutieren

Polizisten begleiten Dynamo-Fans ins Bielefelder Stadion

Angespannte Stimmung im Schneetreiben: Polizisten begleiten Dynamo-Fans ins Bielefelder Stadion. Getty Images

Nach Polizei-Angaben hatten 200 bis 250 Dresdner Fans bei der Ankunft am Bielefelder Bahnhof versucht, eine Absperrung zu durchbrechen, woraufhin die Beamten Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzten. "Die üblicherweise durch die Bielefelder Polizei angewandte freundliche Begrüßung am Bahnhof scheiterte auf Grund des von vornherein extrem aggressiven und gewaltbereiten Verhaltens Dresdener Fans", teilte Einsatzleiters Dirk Butenuth mit.

Auf dem Weg zum Stadion hätten Dynamo-Anhänger immer wieder Polizisten angegriffen und in Handgemengen entwendetes Reizgas gegen die Beamten eingesetzt. Die Folge: Zwei Polizisten erlitten Augenverletzungen, die in einer Klinik behandelt werden mussten. Insgesamt wurden 17 der am Ende rund 900 Einsatzkräfte verletzt.

Das sind keine Fans von Dynamo!

Dynamos Geschäftsführer Christian Müller

Wegen "Körperverletzungsdelikten gegen Polizeibeamte, Sachbeschädigung und Beleidigung und Abbrand von Pyrotechnik" seien 22 Strafanzeigen gestellt worden, drei Fans wurden sogar vorläufig festgenommen. Erst auf dem Rückweg zum Bahnhof konnte die Polizei die Lage weitgehend beruhigen, mehrere Hundertschaften waren dazu im Einsatz.

"Das Ausmaß an Gewalt", sagte Dynamos Geschäftsführer Christian Müller in einer Klub-Mitteilung am Samstag, "macht uns fassungslos. Wieder haben in schwarz-gelb auftretende Gewalttäter dafür gesorgt, dass wir als Dynamo mit Krawallen, Ausschreitungen, Diebstahl und sogar schwerer Körperverletzung in Verbindung gebracht werden. Um es ganz klar zu sagen: Das sind keine Fans von Dynamo! Das sind Kriminelle, die Angst und Schrecken verbreiten."

Uhlig ratlos: "Da war die absolute Geilheit auf Gewalt"

Sein Bielefelder Amtskollege zeigte sich gegenüber der "Neuen Westfälischen" ebenfalls geschockt. "Bielefeld erlebte am Niokolaustag eine noch nie gekannte Gewaltdimension", sagte Marcus Uhlig. "Da war die absolute Geilheit auf Gewalt, die kannten überhaupt keine Hemmschwelle." Trotz 1000 Sicherheitsleuten habe man das Problem nicht lösen können. Wir sind ratlos. Das System musste kapitulieren."

Deshalb plädiert Uhlig nun sogar dafür, Überlegungen stattfinden zu lassen, "ob Dresden nicht auch aus dem Ligabetrieb ausgeschlossen werden soll". Denn: "Diese Fans sind eine Schande für den deutschen Fußball."