Augsburger im Fokus des Fußballverbands

Wie Polen um Ostrzolek kämpft

Matthias Ostrzolek

Interessanter Mann für den polnischen Fußballverband: Matthias Ostrzolek vom FC Augsburg. imago

Es ist erst ein paar Monate her, da schien es fast sicher, dass sich der 23-jährige gebürtige Bochumer mit polnischen Eltern und beiden Staatsbürgerschaften endgültig für den DFB entschieden hat. Als er 17 Jahre alt war, spielte er für die polnische U-17-Nationalmannschaft, aber später trug der das deutsche Trikot: in acht U-21-Länderspielen. In polnischen und deutschen Medien betonte Ostrzolek damals, dass er davon träume, für Deutschland zu spielen. Nach jetzigem Stand aber hat der Augsburger keine Chance auf eine Berufung in Joachim Löws Auswahl - und könnte deswegen seine Meinung ändern.

"Ich sage nicht Nein", sagte Ostrzolek nach einem Treffen mit Maciej Chorazyk, dem Chefscout des polnischen Fußballverbands, am Tag nach dem Pokal-Aus gegen die Bayern (0:2). "Ich habe polnische Eltern, polnische Vorfahren, ich habe für die polnische Jugendnationalmannschaft gespielt. Es ist keine leichte Entscheidung." Über das Thema A-Nationalmannschaft habe er sich "bis jetzt keine Gedanken gemacht". Deshalb war er auch "ein bisschen überrascht", als sich Chorazyk bei ihm meldete. Zuvor habe es lange Zeit keinen Kontakt zum polnischen Verband gegeben, sagte Ostrzolek dem kicker.

Arkadiusz Milik möchte, dass ich mit ihm spiele.

Matthias Ostrzolek

Und was ist aus seinem Traum geworden, für das deutsche A-Team zu spielen? "Ich habe das so gesagt, weil jeder, der in der deutschen U 21 spielt, auch von der A-Mannschaft träumt. Aber jetzt ist das Thema ziemlich weit weg von mir. Ganz ehrlich, ich weiß noch nicht, für welches Land ich gerne spielen würde. Meine Eltern würde es bestimmt gefallen, wenn ich ihr Heimatland repräsentieren würde, aber sie machen mir keinen Druck. Sie sagen, es wäre meine eigene Entscheidung. Aber Arkadiusz Milik (Mitspieler beim FC Augsburg, d. Red.) hat mir viel erzählt über die Stimmung in der polnischen Mannschaft und er hat es mir ein bisschen schmackhaft gemacht. Er möchte, dass ich mit ihm spiele."

Chorazyk berichtete dem kicker, dass das Treffen "nur eine erste Kontaktaufnahme" gewesen sei. "In den nächsten Tagen werde ich mich mit sechs jungen Spielern in Deutschland und in Frankreich treffen.“ Mit Ostrzolek wolle er aber "auf jeden Fall" noch einmal sprechen. In der Vergangenheit überzeugte Chorazyk unter anderem schon Sebastian Boenisch (Leverkusen), Sebastian Tyrala (Greuther Fürth) und Eugen Polanski (Hoffenheim), sich für den polnischen Verband zu entscheiden.

Michal Trela