Regionalliga

Die Arbeiter aus Zweibrücken

Zweibrücken: Rubeck formt Überraschungsmannschaft

Die Arbeiter aus Zweibrücken

Coach Peter Rubeck hat Neuling SVN Zweibrücken bis auf Platz sechs geführt.

Coach Peter Rubeck hat Neuling SVN Zweibrücken bis auf Platz sechs geführt. picture alliance

Peter Rubeck hat aus dem einst grauen Stadtteilverein SVN Zweibrücken einen erfolgreichen Regionalliga-Aufsteiger gemacht. "Ich lebe Fußball - Tag und Nacht", sagt der Trainer. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn als sein ältester Sohn Kevin neulich nachts nach Hause kam, saß Vater Peter da und schaute sich Regionalliga-Videos an. Ein Tag müsste für Rubeck mehr als 24 Stunden haben. Der Vollzeitjob als Angestellter einer Apotheke in Völklingen und die Tätigkeit als Trainer des Tabellensechsten im 54 Kilometer entfernten Zweibrücken fressen das Zeitbudget des Saarpfälzers völlig auf.

Eben jene Doppelbelastung führe manchmal dazu, "dass du nicht die letzten Prozente rausholen kannst", bemerkt der verheiratete Vater zweier Söhne. Es sind dann Details, für die keine Zeit mehr ist. Etwa die schwierige Platzsituation vor dem Spiel gegen Ulm in der Mannschaftsbesprechung zu berücksichtigen. Ulm war darauf eingestellt, wählte kämpferische statt spielerische Mittel und gewann 3:0. "Wenn man in der Regionalliga gewinnen will, muss alles passen, da entscheiden Kleinigkeiten", sagt Rubeck. Dass er das eine, vielleicht entscheidende Detail übersehen hat, stört den akribischen Arbeiter.

Regionalliga Südwest - 19. Spieltag
Regionalliga Südwest - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SG Sonnenhof Großaspach
40
2
1. FSV Mainz 05 II
36
3
Eintracht Trier
36
Trainersteckbrief Rubeck
Rubeck

Rubeck Peter

SVN Zweibrücken - Vereinsdaten

Zusammen mit Mäzen und Teammanager Heiner Semar, der Rubeck vor sechs Jahren nach Zweibrücken holte, führte er den SV Niederauerbach - damals die graue Maus des Zweibrücker Fußballs - von der Verbands-liga bis in die Regionalliga und zweimal in den DFB-Pokal. Inzwischen hat sich der Verein in SVN Zweibrücken umbenannt - und das Umfeld muss die Entwicklung nachholen, die der sportliche Bereich im Eiltempo vorlegte.

"Fußball ist arbeiten. Wenn man nicht arbeitet, hat man keinen Erfolg."

Zweibrückens Trainer Peter Rubeck

Beim SVN endeten auch die Wanderjahre des gebürtigen Zweibrückers Rubeck. Zu Beginn der 2000er Jahre war er ein "Feuerwehrmann", scheute schwierige Aufgaben nicht. "Heute habe ich eine schwierige Mannschaft", lacht er. Was Rubeck meint: Beim SVN spielen viele Fußballer, die bei anderen Vereinen aussortiert wurden oder auf der Ersatzbank versauerten. Viele danken es ihrem Trainer mit einem Leistungsschub.

Sportlich sieht sich Rubeck in der Regionalliga vorerst am Ziel. "Die Liga gefällt mir. Das ist fußballerisch etwas anderes." Hier kann er seine Vorstellungen von Fußball umsetzen, auch weil er die Spieler dafür hat. Nur noch vier Akteure aus dem Oberliga-Meisterteam sind beim SVN am Ball. Hinzu kamen "gut ausgebildete Fußballer. Denen muss man nicht groß erklären, was sie machen sollen", sagt Rubeck.

Sein Trainermotto: "Fußball ist arbeiten. Wenn man nicht arbeitet, hat man keinen Erfolg." Rubecks Vorbild ist Borussia Dortmund, Jürgen Klopp sein "Lieblingstrainer". Spieltempo, klare Strukturen, eine feste Ordnung und die positionsspezifischen Aufgaben kennzeichnen den attraktiven Stil, den er pflegt. "Wir haben versucht, uns von Klasse zu Klasse zu verbessern. Das hat zu einem ordentlichen Personalwechsel geführt", fügt er an. Doch es gibt es auch eine Konstante im Erfolgssystem Rubeck: die gute Abwehrarbeit. Sein Argument: "Wer mich kennt, weiß, dass ich Gegentore hasse."

Andreas Danner