Würzburg: Der Trainer kämpft gegen zu hohe Erwartungen

Wirsching: "Wir haben uns entwickelt"

Dieter Wirsching

Zufrieden mit dem Fortschritt seiner Mannschaft: Kickers-Coach Dieter Wirsching imago

Nach dem 1:1 im unterfränkischen Derby gegen den 1. FC Schweinfurt 05 war die Unzufriedenheit in Würzburg jedoch durchaus zu vernehmen. Schließlich hatten die Gastgeber nach der 1:3-Hinspiel-Niederlage den direkten Vergleich gegen den Erzrivalen verloren. So etwas schmerzt, zumal man sich in Würzburg derzeit doch gegenüber dem FC 05 überlegen fühlt.

"Wir haben nicht gut gespielt", gab Wirsching nach der Partie auch zu. Den Vorwurf, sein Team habe abermals in einem Derby den letzten Funken Leidenschaft und Einsatzwillen vermissen lassen, wollte der Kickers-Coach aber nicht teilen. "Kämpferisch und taktisch war das ein starker Auftritt. Wir hatten die Schweinfurter doch genau da, wo wir sie haben wollten. Sie hatten - vom Tor abgesehen - keine richtige Chance", bilanzierte der Trainer aus Kickers-Sicht. "Wenn wir aber unsere Möglichkeiten nutzen, gewinnen wir diese Partie, und dann ist alles okay", sagte Wirsching.

Okay war in der letzten Zeit nicht immer alles am Dallenberg. Vor drei Wochen hatte es im Team kräftig gerumpelt. Mittelfeldmann Joseph Mensah (28) wurde aus disziplinarischen Gründen zwischenzeitlich suspendiert, ohne den sich die Kickers wieder stabilisieren konnten.

Dennoch ist die Enttäuschung bei einigen Anhängern zu spüren. Schließlich hatten die Verpflichtungen der Ex-Profis Marco Haller (29) und Pascal Bieler (27) im Sommer einige Erwartungen geweckt. Von Enttäuschung will Trainer Wirsching nichts hören: "Wir haben uns in dieser Saison deutlich nach vorne entwickelt", findet er. "In der vergangenen Saison", so Wirsching, "waren wir es, die die spielerischen Defizite kämpferisch wettmachen mussten. Jetzt sind das die anderen."

Frank Kranewitter