Düsseldorf: Kapitän Lambertz wackelt

Fortuna: Tendenz fallend

Mike Büskens

"Wir dürfen uns jetzt nicht kleinmachen und nicht ängstlich werden": F95-Coach Mike Büskens. imago

Der Start geriet ordentlich mit einem 1:0 gegen Cottbus, dann lieferte Fortuna in Köln eine erste Halbzeit vom Feinsten. Danach ging es abwärts. Tendenz fallend. Schon gegen Bochum steht der Absteiger unter Druck, nicht bereits jetzt vollends den Anschluss zu verlieren. "Krise?", fragt Mike Büskens zwar, "nein, es ist eine Situation, der wir uns stellen müssen. Wir dürfen uns jetzt nicht kleinmachen und nicht ängstlich werden."

Dennoch: Die Leistung gegen Union Berlin (1:2) war niederschmetternd. Logisch, dass Büskens am Sonntag gegen Bochum (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) eine andere Elf aufbieten wird, um die Kurve zu kriegen und für eine Trendwende zu sorgen.

Trainersteckbrief Büskens

Büskens Michael

Fortuna Düsseldorf - Vereinsdaten

Brennpunkt Defensive

Dringend erwartet wird das Comeback von Martin Latka (28), der die Innenverteidigung stabilisieren soll, wegen eines Faserrisses in dieser Saison allerdings noch keine Minute gespielt hat. Gleiches gilt für Stelios Malezas (28, Knie-OP) und Heinrich Schmidtgal (27), der allerdings nach seiner Oberschenkel-Verletzung noch Trainingsrückstand aufweist. Cristian Ramirez (19) begann stark, bekam aber in Berlin seine Grenzen aufgezeigt, ebenso wie Dustin Bomheuer (22), der gut startete, gegen Union aber auch überfordert war.

Brennpunkt Umschaltspiel

In den ersten Partien setzte Büskens auf das Duo Andreas Lambertz/Adam Bodzek als Doppelsechs. Beide sind sich als Spielertypen aber zu ähnlich, beide sind eher Abräumer. Abhilfe könnte Oliver Fink (31) schaffen, ebenfalls stark in der Balleroberung, aber der bessere Fußballer; er zeigte nach seiner Verbannung auf die Tribüne gegen Union starke Form. Dann müsste Büskens allerdings den unbequemen Weg gehen und "Denkmal" Lambertz auf die Bank beordern. Begründen ließe sich diese Maßnahme allemal, weil die Fehlerquote des kampfstarken Kapitäns schlicht zu hoch ist.

Brennpunkt Offensive:

Die Verpflichtung von Stürmer Erwin Hoffer (26, SSC Neapel, 500 000 Euro) ist nun perfekt. Das eigentliche Problem liegt aber woanders. Zwar bemängelte der Trainer vor allem die Abschlussschwäche, doch war zuletzt auch von der angestrebten spielerischen Dominanz nichts zu sehen. Und auch der Plan, flott über die Flügel zu spielen, ging nicht auf.

Gegen Berlin empfahl sich der eingewechselte Stefan Reisinger (31) nachdrücklich für einen Startplatz. Größter Flop ist dagegen Mathis Bolly (22), der selten seine enorme Schnelligkeit ausspielt, zu oft dem Ball entgegenkommt oder sich in hohem Tempo verhaspelt.

Oliver Bitter