Champions League

Milan müht sich zu Remis - Lyon strauchelt

Champions-League-Qualifikation, Play-offs

Milan müht sich zu Remis - Lyon strauchelt

Mailands El Shaarawy gewinnt das Duell mit Eindhovens Keeper Jeroen Zoet.

Mailands El Shaarawy gewinnt das Duell mit Eindhovens Keeper Jeroen Zoet. picture-alliance

Die PSV hatte gegenüber dem AC Mailand einen großen Vorteil vor dem Anpfiff der Qualifikationspartie. Die Elf von Coach Phillip Cocu hatte in der noch jungen Spielzeit bereits fünf Pflichtspiele absolviert und diese alle gewonnen. Mit lupenreiner Weste führen die Niederländer die heimische Eredivisie an. Die Lombarden hingegen mussten im Philips-Stadion den Ernstfall erstmals angehen. Die Italiener boten dabei ihre Bestbesetzung auf: Balotelli, Boateng, El-Shaarawy, Montolivo, Ex-HSV-Star de Jong und Mexes - geballte Starpower sollte den ersten Schritt in Richtung dringend benötigter Champions-League-Millionen bewältigen.

Und tat sich dabei richtig schwer. Die PSV war das bessere Team, fand sofort den Vorwärtsgang und erarbeitete sich in schöner Regelmäßigkeit gute Chancen. Fußball ist mitunter unbarmherzig, so auch an diesem Abend. Milan, eindeutig im Hintertreffen, konterte über Boateng und Abate. El Shaarawy vollendete per platziertem Kopfball zum 1:0 (15.). Der hauchdünne Vorsprung hielt - bis zur 60. Minute. Matavz köpfte nach Abbiati-Patzer sicher zum 1:1 ein und hielt das Duell so für das Rückspiel offen.

Späte Revanche für San Sebastian - Lyon vor dem Ausscheiden

Genau 3451 Tage lag der letzte Königsklassen-Vergleich zwischen Real Sociedad und Olympique Lyon zurück. Die Franzosen besiegten 2004 im Achtelfinale die Basken zweimal mit 1:0. Auf beiden Seiten wirkte dabei reichlich Prominenz mit. Juninho, Govou, Malouda, Essien und Elber stürmten für OL. Xabi Alonso, Karpin und Kovacevic für San Sebastian. Diesmal fehlten die ganz großen Namen.

Griezmann strahlt: Der Blondschopf feiert sein Traumtor zum 1:0 für Real Sociedad in Lyon.

Griezmann strahlt: Der Blondschopf feiert sein Traumtor zum 1:0 für Real Sociedad in Lyon. picture-alliance

Für das Spektakel sorgte nun die Nachfolger-Generation. Insbesondere die gut aufgelegten spanischen Gäste: Mit einem artistischen Seitfallzieher traf der Franzose Griezmann gegen seine Landsleute zum 1:0 (17.). Lyon agierte lange zögerlich und es ging vom Tabellenführer der Ligue 1 kaum Gefahr aus. Und Real Sociedad blieb am Drücker, wartete in Durchgang zwei mit dem nächsten Traumtor auf. Seferovic drosch das Rund aus großer Distanz maßgenau unter den Querbalken (50.). Nach der Ampelkarte für Bisevac (75.) war Lyon auch personell unterlegen und die klare Niederlage nicht mehr abzuwenden. Die Spanier steuern in großen Schritten Richtung Gruppenphase zu.

Pilsen legt zu Hause vor: 3:1 gegen Maribor - Zenit macht ernst

Viktoria Pilsen will wie vor zwei Jahren wieder in die Hauptrunde einziehen und hatte mit der slowenischen Vertretung aus Maribor eine auf dem Papier lösbare Aufgabe zu Gast. Schnell fiel nach einer Ecke das 1:0 für die Tschechen durch Abwehrmann Cisovsky (18.) und Viktoria verwaltete hernach ungefährdet das Ergebnis bis in die Pause. Nach dem Seitenwechsel lag Pilsen schließlich endgültig auf Kurs. Der vom SC Freiburg umworbene Mittelfeldakteur Darida traf zum 2:0 (58.). Mejac sorgte mit dem Anschlusstreffer noch einmal für Spannung, doch der Sieg war den Hausherren im Hinspiel der Qualifikation nicht mehr zu nehmen, Duris machte mit dem späten 3:1 endgültig alles klar (89.).

Freude pur in Plzen: Die Tschechen stehen nach einem 3:1 gegen Maribor mit einem Bein in der Hauptrunde der Champions league.

Freude pur in Plzen: Die Tschechen stehen nach einem 3:1 gegen Maribor mit einem Bein in der Hauptrunde der Champions league. picture-alliance

Wenig Mühe hatte das Starensemble aus St. Petersburg beim Gastspiel in Porto. Ins Estadio Dragao hatte Pacos de Ferreira ausweichen müssen, da das eigene Stadion nur knapp 5.000 Zuschauern Platz geboten hätte. Die Russen agierten über weite Strecken überlegen, dabei aber meist uninspiriert. Nach Shirokovs präzisem Abschluss (27.) ging es dennoch mit einer Führung in die Kabinen. Kurz flammte Hoffnung auf für die Gastgeber, als Andre Leao der Ausgleich gelang (58.). Fast postwendend schnürte jedoch Shirokov den Doppelpack (60.). Die Portugiesen drückten in der Folge und setzten Zenit etwas zu. Doch Trainer Costinha, einst unter Jose Mourinho mit Porto Champions-League-Sieger, durfte keinen weiteren Treffer mehr bejubeln. Der Favorit wackelte nur ein wenig. Kerzhakov besorgte per Traum-Freistoß gar noch das 3:1 (85.), auch Shirokov durfte noch einmal (90.). In der Schlussphase wirkte auch der ehemalige Münchner Bayer Tymoshchuk noch einige Minuten mit.

Celtic strauchelt - Schaf-Opfer bringt Karaganda Glück

Das kam überraschend - Celtic Glasgow verlor das Hinspiel in den Champions-League-Play-offs mit 0:2 beim kasachischen Titelträger Schachtjor Karaganda. Im Vorjahr stand Celtic in der Königsklasse noch im Achtelfinale – auch weil die Schotten in der Gruppenphase einen umjubelten Erfolg über den FC Barcelona gefeiert hatten. Karaganda schaltete in der Qualifikation bereits BATE Borissow aus, das in der Vorsaison in der Gruppenphase daheim in Weißrussland den späteren Champions-League-Sieger Bayern München besiegt hatte.

Finonchenko (12.) und Khizhnichenko (78.) erzielten die Treffer für den Außenseiter. Die Gäste von der britischen Insel hatten auf Kunstrasen in der Hauptstadt Astana zwar ebenfalls gute Möglichkeiten, konnten sie aber nicht nutzen. Pech hatte zudem Kris Commons, er traf wenige Minuten nach dem 1:0 mit seinem Fernschuss aus 30 Metern nur die Unterkante der Latte. Sollte sich Karaganda im Rückspiel durchsetzen, stünde damit erstmals ein kasachisches Team in der Gruppenphase der Champions League. Für diesen Fall kommt auf die europäischen Vereine ein spezielles Ritual zu: Vor dem Duell mit Celtic wurde im Stadion ein Schaf geschlachtet, das traditionelle Ritual sollte Glück bringen - anscheinend half es.