Düsseldorf: Giefer ist die alte und neue Nummer 1

Rensing darf die Fortunen verlassen

Michael Rensing

Er dürfte Düsseldorf noch in diesem Sommer verlassen: Michael Rensing. imago

Seit klar ist, dass Fabian Giefer die Nummer 1 im Tor der Düsseldorfer bleiben wird, hängt bei der Fortuna der Haussegen schief. Rensing, der mit großen Ambitionen und dem Anspruch, Stammspieler zu sein, zum Absteiger gewechselt war, möchte den Klub nun offenbar so schnell wie möglich verlassen. Theoretisch wäre das auch möglich. "Das ist möglich. Da Rensing für die Fortuna noch kein Pflichtspiel bestritten hat, könnte er theoretisch sogar bis Ende August noch zweimal den Verein wechseln, was aber natürlich sehr unwahrscheinlich ist", erklärte Jürgen Paepke, Direktor Recht bei der DFL, gegenüber dem SID.

Dies erlaube Paragraf 5, Nummer 1, Absatz 3 der Lizenzordnung Spieler (LOS). "Einem Spieler kann im Zeitraum vom 1.7. bis 30.6. des Folgejahres für höchstens drei Vereine oder Kapitalgesellschaften eine Spielerlaubnis erteilt werden. In diesem Zeitraum kann der Spieler in Pflichtspielen von lediglich zwei Vereinen oder Kapitalgesellschaften eingesetzt werden", steht dort geschrieben. Bleibt die Frage, ob das auch der Bundesliga-Absteiger will. Klar ist, dass man in Düsseldorf wenig begeistert ist von der Posse. "Ich bin froh, dass sich das Theater nicht negativ auf unser Spiel ausgewirkt hat. Als ich die Geschichte am Montagmorgen erfahren habe, musste ich mich erst mal selbst kneifen, sonst hätte ich sie nicht geglaubt", sagte Präsident Peter Frymuth (56).

Spielersteckbrief Rensing

Rensing Michael

Spielersteckbrief Giefer

Giefer Fabian

Spielersteckbrief R. Heller

Heller Robin

Fortuna Düsseldorf - Vereinsdaten

Gründungsdatum

05.05.1895

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Sportvorstand Wolf Werner (71) kündigte für Dienstag oder Mittwoch jedenfalls eine Entscheidung in diesem Fall an, betonte aber zugleich: "Michael ist nicht suspendiert. Klar ist, dass ein solcher Vorgang nicht normal ist. Darüber werden wir im Vorstand sprechen und die Situation bewerten. Danach sehen wir weiter." In der Mannschaft scheint Rensing auf jeden Fall seinen Kredit verspielt zu haben. So ging Stefan Reisinger mit dem Querulanten hart ins Gericht: "Ich kann seine Reaktion weder verstehen noch nachvollziehen. Aber er muss das selbst verantworten."

Es gibt im Leben immer mal wieder Momente, die man so noch nie erlebt hat.

Mike Büskens

Damit könnte das Kapitel Fortuna Düsseldorf für Rensing also bald wieder beendet sein. Der 29-Jährige war in der abgelaufenen Saison als Nummer 2 von Bayer Leverkusen, wo er am starken Bernd Leno nicht vorbei gekommen war, zur Fortuna gewechselt. Rensing wollte in der 2. Liga wieder voll durchstarten und fühlte sich bereits als Nummer 1. Auch weil damals noch über einen Abgang von Giefer spekuliert worden war. Giefer blieb aber, und es entwickelte sich im Sommer ein heißes Duell zwischen ihm und Rensing um den Platz zwischen den Pfosten. "Das ist ein ganz knappes Rennen", bescheinigte Torwart-Trainer Oliver Reck.

Bereits im Vorjahr unter Coach Norbert Meier hatte es eine solche Situation gegeben, damals hatten Giefer und Robert Almer um die Nummer 1 gerangelt. Giefer setzte sich knapp durch, Almer ging weg. Wiederholt sich nun die Geschichte? Es stellte sich heraus, dass Giefer das bessere Gesamtpaket aufbietet und deshalb knapp den Vorzug vor Rensing erhalten hat.

Sportlich ist die Entscheidung von Büskens absolut nachvollziehbar. Für Rensing und dessen Karriere ist es aber ein schwerer Schlag. Eine weitere Saison als Reservist will sich der ehemalige Bayern-Torwart wohl nicht antun. Auch ein Wechsel noch in der laufenden Transferperiode scheint möglich. Für ein Statement standen am Montag weder Rensing noch F95-Manager Wolf Werner zur Verfügung.

Auf jeden Fall hat der Schlussmann die Missgunst von Büskens auf sich gezogen. Der Trainer strich Rensing nach dessen Ausraster aus dem Kader für das Spiel gegen Energie Cottbus und nominierte dafür Youngster Robin Heller (18) nach.