Manchester: Schon mehr als 100 Millionen Euro für Neuzugänge

Im Schatten der Rivalen startet City die Offensive

Trainer Manuel Pellegrini (M.) und die Neuzugänge Jovetic, Fernandinho, Navas und Negredo

Abteilung Attacke: Trainer Manuel Pellegrini (M.) greift mit den Neuzugängen Jovetic, Fernandinho, Navas und Negredo (v.l.) an. picture alliance

Im vergangenen Sommer hatte es aus dem blauen Teil Manchesters ungewöhnlich wenig zu vermelden gegeben. Erst am letzten Tag der Wechselperiode wurde Meister City noch einmal tätig und verpflichtete Mittelfeldspieler Javi Garcia und Verteidiger Matja Nastasic. Zu Leistungsträgern wurden diese genauso wenig wie die zuvor bereits verpflichteten Scott Sinclair, Maicon (inzwischen schon wieder an den AS Rom abgegeben) und Jack Rodwell. Dass sich der auch von City umworbene Robin van Persie für den Stadtrivalen United entschied, erwies sich im Titelrennen zudem als fatal. Beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Klubs erzielte der Niederländer das späte 3:2 zum Auswärts-Derbysieg - die Richtung war damit vorgegeben.

Während United souverän seine 20. Meisterschaft feierte, sah sich City gezwungen, Meistertrainer Roberto Mancini - etwas unglücklich genau zum ersten Jubiläum des Titelgewinns - vor die Tür zu setzen. Mit seinem Nachfolger Manuel Pellegrini, der den FC Malaga zuletzt fast ins Champions-League-Halbfinale geführt hätte, bläst City nun wieder zum Angriff. Den Kardinalfehler des vergangenen Sommers wollte man in Manchester dabei nicht noch einmal begehen. Die Folge: Auf dem Transfermarkt wurde unter der Regie der sportlichen Führung um Ferran Soriano und Txiki Begiristain mächtig rangeklotzt!

Navas machte schon im Juni den Anfang

Schon im Juni vermeldete City die Verpflichtung des spanischen Welt- und Europameisters Jesus Navas (Mittelfeld, FC Sevilla, 20 Millionen Euro), der nächste Millionentransfer ließ nicht lange auf sich warten: Für den Brasilianer Fernandinho (Mittelfeld, Schachtar Donezk) blätterten die Citizens sogar 35 Millionen Euro hin .

Damit nicht genug: Torjäger Alvaro Negredo wurde am Freitag vorgestellt. Der spanische Nationalspieler (FC Sevilla, 27 Millionen Euro) besetzt die Planstelle, die der Abgang von Dauer-Problem und (selbst für City-Verhältnisse) Großverdiener Carlos Tevez (Juventus Turin) freigemacht hat. Mit Mario Balotelli hatte City bereits im Januar einen zweifellos hochqualifizierten, aber auch immer wieder für Skandale guten Angestellten abgegeben.

Ich bin mir sicher, dass wir sehr attraktiv spielen werden.

Manchester Citys neuer Coach Manuel Pellegrini

Im Anflug auf Manchester ist zudem Offensivjuwel Stevan Jovetic . Mit den 30 Millionen, die für den Montenegriner an den AC Florenz überwiesen werden, hat City die 100-Millionen-Euro-Marke bei den Transfers 2013 schon Mitte Juli geknackt. In Zeiten des Financial-Fair-Play kann man da schon mal eine Augenbraue hochziehen. Allerdings sparte City auch ordentlich Gehalt ein. Die vier Neuzugänge verdienen Berichten zufolge insgesamt halb so viel wie Tevez und Balotelli zusammen. Mit Kolo Touré (FC Liverpool), Roque Santa Cruz (FC Malaga) und Maicon (AS Rom) wurde der Klub zudem weitere Top-Verdiener los.

Die Gehaltsliste ordentlich verschlankt

Dass die Schlagzeilen durch Ferguson-Rücktritt, Rooney-Theater und Mourinho-Rückkehr vornehmlich den Titelrivalen gehörten, dürfte Pellegrini nach seiner Ankunft ebenfalls nur Recht gewesen sein. So konnte der Chilene in Ruhe die Weichen für die neue Saison stellen - und es soll eine erfolgreiche werden, auch wenn die ersten beiden Vorbereitungssspiele in Südafrika gegen Supersport United (0:2) und den FC Amazulu (1:2) verlorengingen und sich Pellegrini aus familiären Gründen für einige Tage nach Chile verabschiedete.

Einen "anderen Stil" versprach Pellegrini bei seiner Präsentation: "Ich bin mir sicher, dass wir sehr attraktiv spielen werden." Auch das von Soriano ausgegebene Ziel, in den nächsten fünf Jahren fünf Titel gewinnen zu wollen, macht Pellegrini nicht nervös: "Nur fünf? Darüber mache ich mir keine Sorgen." Was den Fans am wichtigsten ist weiß er: United zu schlagen. "Ich bin hier, weil ich mir sicher bin, dass wir es dieses Jahr schaffen werden." Kurzum: Die Nachbarn wollen wieder nerven.