Hamburg: Beister soll in neue Rolle wachsen - Co-Trainer Stilz?

Son und die Folgen für den HSV

Heung-Min Son

Hinterlässt viele Fragezeichen beim Hamburger SV: Heung-Min Son. picture alliance

Das Fußball-Jahr ist für Heung-Min Son noch nicht abgeschlossen. Für Südkorea ist der Angreifer bis zur Monatsmitte im Einsatz. Der ausgehandelte Vierjahresvertrag mit Bayer Leverkusen ist deshalb noch nicht unterschrieben, in Hamburg laufen jedoch längst die Planungen ohne den Angreifer. Rund zehn Millionen Euro bringt der Transfer, hinterlässt aber nicht nur sportlich Lücken.

Son war eine Werbelokomotive für den HSV. Dank des Angreifers hatte der Bundesliga-Dino im vergangenen Sommer eine Einladung zum Peace-Cup nach Seoul erhalten, dort 1,2 Millionen Euro eingespielt. Weitere 1,5 Millionen pro Saison brachten die Zweijahresverträge mit den südkoreanischen Sponsoren Hanwha Solar und Kumho Tyres. Beide Kontrakte laufen zum Monatsende aus.

Die Personalkosten entlastet Sons Abgang kaum

Aktuell verhandelt der HSV um eine Verlängerung der Zusammenarbeit, zumindest die bisherigen Konditionen erscheinen ohne Son aber unrealistisch. Weiterlaufen wird indes die Kooperation mit der Fußballschule von Spielervater Wong-Jung, aus ihr soll diesen Sommer erneut ein Talent im B-Jugendalter nach Hamburg kommen.

Zur Entlastung der Personalkosten trägt Sons Abgang nur unwesentlich bei. Bislang lag er mit einer Million Euro Jahresgage im unteren Drittel der Hamburger Gehaltstabelle, erst die Verlängerung seines Kontraktes hätte ihn zum Topverdiener gemacht.

Wir möchten nicht, dass diese Spieler beim Trainingsauftakt Anfang Juli dabei sind.

Oliver Kreuzer am Dienstag über Kacar, Tesche und Berg

Beim Bemühen, die Personalkosten von über 42 Millionen Euro erheblich zu reduzieren, müssen andere Wege zum Ziel führen: Neu-Sportchef Oliver Kreuzer, der am heutigen Dienstag seine Arbeit beim HSV offiziell aufnahm, will nach Absprache mit Trainer Thorsten Fink Gojko Kacar (26), Robert Tesche (26) und Marcus Berg (26) nicht mehr bei den Profis mittrainieren lassen und sie auf diese Weise zum Wechsel bewegen.

Zumindest bei Berg dürfte sich schon vor dem Trainingsauftakt am 1. Juli eine Lösung ergeben: Griechischen und schwedischen Medienberichten zufolge soll der Angreifer in Athen einen Dreijahresvertrag bei Panathinaikos unterschreiben. Offen sind nur die Konditionen: Die Athener wollen Berg ablösefrei, Hamburg will für den 2009 für zehn Millionen verpflichteten Mittelstürmer zumindest noch einen Bruchteil der Summe erzielen.

Fink plant mit Beister in der Spitze

Son geht, Berg ebenso - Fink benötigt Nachschlag in der Spitze. Festgelegt hat sich der Coach darauf, dass er mit Maximilian Beister als Angreifer plant. Der 22-Jährige hatte in Düsseldorf zwar auf der Außenbahn brilliert, in seinem durchwachsenen ersten HSV-Jahr nach der Rückkehr aber die besten Spiele als Spitze gemacht. "Maxi", sagt Fink, "traue ich zu, in Sons Rolle zu wachsen, er geht auch in die Tiefe, sucht den direkten Weg zum Abschluss." Die Voraussetzung: Beister muss zulegen. Finks Hoffnungsschimmer: Auch während seiner Ausleihe nach Düsseldorf hat der Blondschopf erst im zweiten Jahr seine Leistungsexplosion erlebt.

Klar ist, dass neben Beister und Artjoms Rudnevs ein dritter Stürmer in die Saison starten soll. Gesucht: Ein robuster Typ, der den Ball auch mit dem Rücken zum Tor verarbeiten kann. Hoffenheims Eren Derdiyok ist noch nicht von der Liste gestrichen.

Fink-Assistent gesucht: Folgt Stilz auf Heinemann?

Ein Neuzugang auf der Trainerbank muss nach dem Abschied von Assistenzcoach Frank Heinemann auch noch her - es soll Roger Stilz werden. Der 36-jährige gebürtige Schweizer fungierte zuletzt als Co-Trainer bei Victoria Hamburg, wo er zuvor auch als Profi aktiv gewesen war. Der HSV bestätigte am Dienstag Verhandlungen.

Sebastian Wolff