Köln: Trainerwechsel nach Saisonende

Stanislawski wirft Handtuch - Interesse an Büskens

Holger Stanislawski

Überraschendes Aus: Holger Stanislawski wird Köln zukünftig nicht mehr trainieren. imago

"Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht", erklärte Stanislawski, der den Klub-Bossen seinen Entschluss bereits in den vergangenen Tagen mitgeteilt hatte. Er habe sich "ab der Winterpause zusätzlich das persönliche Ziel gesteckt, mit der Mannschaft Platz drei zu erreichen, um über die Relegation in die Bundesliga aufzusteigen. In den entscheidenden Spielen zum Ende der Saison konnte ich nicht das Maximum aus der Mannschaft herausholen. Mit meiner Bitte um Vertragsauflösung stelle ich mich meiner Verantwortung und ziehe die Konsequenz daraus."

Stanislawski, der beim Auswärtsspiel in Ingolstadt am Sonntag noch einmal auf der Bank sitzen wird, ließ durchklingen, dass die Berichterstattung in den Medien nicht spurlos an ihm vorübergegangen sei. Die Kritik sei "teilweise ins Persönliche" gegangen, so der frühere Bundesliga-Profi. Er sei sich sicher, dass der FC kommende Saison eine schlagkräftige Truppe aufbieten werde: "Durch meine Entscheidung mache ich den Weg frei für jemanden, der am Standort Köln unbelastet die Aufgabe Aufstieg angehen kann."

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Hertha BSC
76
2
Eintracht Braunschweig
67
3
1. FC Kaiserslautern
58
Trainersteckbrief Büskens

Büskens Michael

Trainersteckbrief Stanislawski

Stanislawski Holger

1. FC Köln - Vereinsdaten

Gründungsdatum

13.02.1948

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Derjenige könnte Mike Büskens sein. Geschäftsführer Alexander Wehrle bestätigte gegenüber dem "Kölner Express": "Büskens ist ein interessanter Trainer, aber nicht nur für uns." Der gebürtige Düsseldorfer Büskens, der an diesem Sonntag seinen 45. Geburtstag feiert, wird aber auch bei Absteiger Fortuna gehandelt. Er war im Februar bei der SpVgg Greuther Fürth entlassen worden, die er zuvor erstmals in die Bundesliga geführt hatte.

Durch meine Entscheidung mache ich den Weg frei für jemanden, der am Standort Köln unbelastet die Aufgabe Aufstieg angehen kann.

Holger Stanislawski

Spinner bedauert Stanislawskis Entscheidung

FC Präsident Werner Spinner bedauerte Stanislawskis Entschluss, der Domstadt nach nur einem Jahr den Rücken zu kehren. Man sei weiterhin davon überzeigt, dass der Trainer hervorragend zum FC passe. Stanislawski und sein Trainerstab hätten "in diesem turbulenten Umbruch-Jahr viel bewegt".

Stanislawski, der einen Wechsel zu Werder Bremen unlängst "definitiv" ausschloss, hatte vergangenen Sommer seinen Posten in Köln angetreten, schaffte es jedoch nicht, den Geißbock-Klub zum direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga zu führen. Nach schwachem Saisonstart setzten die Kölner nach dem Jahreswechsel zwar noch einmal zum Zwischenspurt an und hatten den Relegationsplatz in Reichweite. Den musste der FC letztlich aber dem 1. FC Kaiserslautern überlassen, nachdem das direkte Duell am Betzenberg mit 0:3 verloren wurde.

Vor seinem Engagement in Köln hatte Stanislawski in der Saison 2011/12 ein erfolgloses Intermezzo bei 1899 Hoffenheim verlebt (Juli 2011 bis Februar 2012). Ins Kraichgau war der frühere Bundesliga-Profi vom FC St. Pauli gewechselt, den er aus der (damals noch drittklassigen) Regionalliga in die Bundesliga geführt hatte, nach dem Abstieg 2011 dann jedoch nach insgesamt 18 Jahren als Spieler und Trainer verließ.