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Randale bei Meisterparty - Ancelotti soll bleiben

Frankreich: 1:0-Sieg in Lyon - PSG holt Titel

Randale bei Meisterparty - Ancelotti soll bleiben

PSG jubelt über das 1:0 in Lyon, das den Parisern den 3. Meistertitel bescherte.

PSG jubelt über das 1:0 in Lyon, das den Parisern den 3. Meistertitel bescherte. Getty Images

Das Tor zum Titel erzielte Ibrahimovics Sturmpartner Jeremy Menez in der 53. Minute: Halblinks im Sechzehner angespielt, zielte der französische Nationalspieler flach ins untere rechte Eck. Damit ist Montpellier, das zwei Spieltage vor Schluss nur Neunter ist, endgültig entthront.

PSG musste sich zwar im Pokal-Viertelfinale sensationell Evian TG beugen, lieferte dafür in den vergangenen Wochen aber in der Liga solide Vorstellungen ab und ließ Marseille so nicht mehr näher kommen. Es ist der erste Meistertitel seit 19 Jahren für den mit Millionen aus Katar aufgerüsteten Klub, der im Champions-League-Viertelfinale nur knapp am FC Barcelona gescheitert war. Bisher feierte PSG, das erst 1970 gegründet wurde, 1986 und 1994 die Meisterschaft.

Kleiner "Wermutstropfen": Durch den Sieg beim Dritten Lyon stellte das Team von Trainer Carlo Ancelotti gleichzeitig die direkte Champions-League-Qualifikation für Erzrivale Marseille sicher.

Randale trüben die Party

Die Stimmung kippte: Bei der Meisterfeier in Paris gab es Ausschreitungen.

Die Stimmung kippte: Bei der Meisterfeier in Paris gab es Ausschreitungen. picture alliance

Die Meisterfeier am Montag ist von Randalieren gestört worden. Auf dem Trocadéro-Platz in Sichtweite des Eiffelturms durchbrachen Chaoten die Sicherheitsabsperrungen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Unweit des berühmten Wahrzeichens der Stadt soll auch ein Bus mit Touristen attackiert und ausgeraubt worden sein, Einrichtungen mehrerer Cafés wurden ebenfalls beschädigt. Auch auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées kam es zu Vorfällen. Eine Bootsfahrt der Mannschaft auf der Seine wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.

PSG weist Real Madrid zurück

Derweil ist der Klub darum bemüht, Ancelotti weiter in Frankreich zu halten. Vereinsboss Nasser Al-Khelaifi möchte den Coach nicht ziehen lassen und hat erste Kontaktversuche von Real Madrid zurückgewiesen. Vor einigen Tagen habe ihn Real-Generaldirektor Jose Angel Sanchez angerufen, verriet Al-Khelaifi in einem Interview der "L'Équipe" (Dienstag), das am Montag in Auszügen auf der Internetseite der französischen Sportzeitung veröffentlicht wurde.

"Ich habe sehr schnell zu ihm gesagt: Wenn Sie versuchen, Carlo zu holen, sollten Sie wissen, dass er noch einen Vertrag für ein weiteres Jahr hat", sagte Al-Khelaifi und fügte nach eigenen Angaben hinzu: "Also respektieren Sie uns, respektieren Sie diesen Vertrag."

Der PSG-Präsident betonte, dass man die Zusammenarbeit mit dem Italiener fortsetzen wolle. "Wir wollen Carlo behalten. Jeder hier liebt ihn, die Spieler, die Fans. Ich liebe ihn auch", sagte Al-Khelaifi der "L'Équipe". Er habe Ancelotti von Anfang an unterstützt und werde ihn bis zu seinem letzten Tag in Paris unterstützen. "Ich bin sehr optimistisch", sagte der Vereinsboss und fügte an: "Wenn er gehen sollte, wäre das ein Problem."