Aalen: Spieler hängen in der Luft

VfR: Der gelähmte Verein

Markus Schupp

Einmal kräftig durchpusten: Aalens Sportdirektor Markus Schupp sind die Hände gebunden. imago

Sportdirektor Markus Schupp darf weder Verträge verlängern noch neue abschließen. "Solange ich ihm nicht grünes Licht gebe, verpflichtet er niemanden," betont Geschäftsführer Ferdinand Meidert vor dem Hintergrund des Kampfes, die DFL-Auflagen für die Lizenz zu erfüllen. Mit dem Ausstieg der Firma Imtech als Trikot- und Hauptsponsor, sind bange Zeiten bei dem Verein angebrochen, der seinen Sponsorenpool nicht auf eine breitere Basis stellen konnte.

Die Aalener konnten der DFL nicht glaubhaft vermitteln, dass sie in der Lage sein werden, ihren Vereinsetat von 14,8 auf zwölf Millionen Euro herunterzufahren. Etwa 1,1 Millionen Euro sahen die Einsparungen im Profikaderbereich vor. Meidert: "Es wurden nur zehn Prozent der Einsparungen im Lizenzspieler-Etat akzeptiert."

Dass die DFL außerdem darauf pocht, den Ausbau des Stadions auf Zweiliganiveau zur neuen Saison fertig zu haben, erschwert die Situation zusätzlich. Im Verein klafft eine Liquiditätslücke von rund 6,5 Millionen Euro, die es bis zum 23. Mai, der nächsten Lizenz-Abgabefrist für Nachbesserungen, zu schließen gilt.

Gesetzt den Fall, der VfR kann all diese Probleme lösen, ist damit jedoch nicht alles zwangsläufig gut. Die Frage lautet dann nämlich, ob der VfR einen wettbewerbsfähigen Kader auf die Beine stellen kann. "Markus Schupp ist der erste Sportliche Direktor beim VfR, der endlich begriffen hat, dass die Finanzen entscheiden," betont Meidert. Ein nettes Kompliment für den Sportdirektor, aber das ändert nichts an dessen brutal schwieriger Lage.

Schupp verliert wertvolle Zeit bei der Kaderplanung. Wichtige Akteure wie Dausch (Union) und Schulz (Dresden) sind weg, auch Kister wird wohl gehen, Haller, Marco Calamita und Bergheim hängen in der Luft. Und wie lange kann der VfR noch die potenziellen Neuzugänge vertrösten, mit denen er bestimmt schon Gespräche geführt hat? Markus Schupp ist derzeit wahrlich nicht zu beneiden.

W. Röhrich