Regionalliga

Der SCW hat einen "Zauberer"

Wiedenbrück: Trainer Schneider hat den Klub stabilisiert

Der SCW hat einen "Zauberer"

Theo Schneider

Er führte den SCW ins Tabellenmittelfeld: Wiedenbrücks Trainer Theo Schneider. imago

Nach der Entlassung beim Drittligisten RW Oberhausen gut ein Jahr zuvor "hatte ich erst mal einen Makel weg. Und wenn ich dann die Sache in Wiedenbrück in den Sand gesetzt hätte . . . ", weiß Schneider, dass seine Trainerkarriere im schlimmsten Fall für geraume Zeit auf Eis gelegen hätte. Dieses Risiko ging der 52-Jährige bewusst ein, denn "die Aufgabe klang reizvoll, in Ruhe etwas aufzubauen."

Ruhe, die er bei RWO nie gehabt habe, vergleicht Schneider die beiden Vereine: "Da wollten immer zehn Sponsoren mitreden." Inzwischen ist Oberhausen ebenfalls in der Regionalliga angekommen. Nachträglich fast wie eine Genugtuung für Schneider, der zu Bedenken gibt, wie wenige Spieler aus dem damaligen Drittligakader noch höherklassig unterwegs seien.

Den Abstiegskandidaten Wiedenbrück wandelte Schneider zur zweitbesten Rückrundenmannschaft, bis zuletzt die knappen Niederlagen gegen Lotte und in Siegen sein Team etwas zurückwarfen. Da zeigte sich als großes Manko der dünn besetzte Kader, der nur wenige Alternativen bietet.

Innenverteidigung ist "eine Macht"

Ein spezielles Erfolgsgeheimnis hat Theo Schneider nicht. "Ich habe mir im November die erfahrenen Spieler zusammengeholt, die Situation mit ihnen erörtert und versucht allen, wieder Selbstvertrauen zu vermitteln." Mit seiner langjährigen Erfahrung als Spieler und Trainer hat der gebürtige Dortmunder sofort den richtigen Zugang gefunden, denn der SCW startete eine Erfolgsserie. "Wir haben wohl doch einen Zauberer geholt", zollte Vorstandsmitglied Alexander Brentrup dem Trainer Respekt. Die Innenverteidigung mit David Czyszczon (31) und Sebastian Sumelka (23) ist für Schneider inzwischen "eine Macht". Fehlt nur noch eine konstant torgefährlich aufspielende Offensive.

Am angepeilten Klassenerhalt zweifelt seit Mittwochabend niemand mehr. "Einen Sieg benötigen wir noch", hatte der Trainer vor dem Spiel in Wuppertal erklärt. Nach dem 1:0-Erfolg kann der SCW nun beruhigt die Kaderplanungen vorantreiben. Denn Schneider verfolgt hohe Ziele. "Nächste Saison wollen wir die Mannschaft stabilisieren, um danach anzugreifen", lautet die Zielsetzung für die Spielzeit 2014/15 "oberes Tabellendrittel". Um dann vielleicht sogar das Abenteuer 3. Liga anzugehen. Wenn das keine Perspektiven sind.

Dirk Ebeling