St. Pauli: Torwarttor sorgt für reichlich Gesprächsstoff

"Rippenbrecher" Tschauner auf Lehmanns Spuren

Torwart Philipp Tschauner trifft zum 2:2

Ein Tor für die Geschichtsbücher: Torwart Philipp Tschauner trifft zum 2:2. Getty Images

"Philipp kann mir jede Woche eine Rippe brechen, wenn er dann immer ein Tor macht", witzelte Michael Frontzeck, der kürzlich sogar operiert werden musste, weil Tschauner ihm bei einem Zusammenprall im Training unabsichtlich drei Rippen gebrochen hatte. Der damit erlangte Ruf als "Rippenbrecher vom Kiez" durfte mit dem Last-Minute-Tor gegen die Ostwestfalen abgelöst werden.

Philipp kann mir jede Woche eine Rippe brechen, wenn er dann immer ein Tor macht.

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"Wie Tschauni den reingeköpft hat, das waren Gerd Müller und Jupp Heynckes in einem", lobte der eigentliche Torjäger vom Dienst, Marius Ebbers, der mit seinem 101. Zweitliga-Tor St. Pauli zunächst in Führung gebracht hatte, seinen Schlussmann. "Den hätte Marius Ebbers nicht besser reinmachen können", ließ dann auch Kapitän Fabian Boll wissen.

Spielbericht

Der Kopfball von Tschauner, der nach einer Ecke den Ball in die Maschen des SCP-Tores wuchtete, war der fünfte Treffer eines Torwarts in der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga aus dem Spiel heraus. Wilhelm Huxhorn (1984/85, Darmstadt 98), Hans Wulf (1986/87, Hannover 96), sowie Stephan Kuhnert (Mainz 05) und Stefan Brasas (SV Meppen, beide 1995/96) hießen die weiteren treffsicheren Torhüter.

Tschauner wie einst Lehmann

In der Bundesliga entpuppte sich Jörg Butt mit 26 Toren als verkappter Torjäger, allerdings traf er ausschließlich vom Punkt. Aus dem Spiel heraus trafen nur zwei: Jens Lehmann und Frank Rost. Lehmann gelang als erstem Torwart in der höchsten deutschen Liga das Kunststück, als er für Schalke 04 am 19. Dezember 1997 wie Tschauner kurz vor dem Abpfiff per Kopf zum 2:2 im brisanten Revierderby gegen Borussia Dortmund ausglich.

Ganz so brisant war die Angelegenheit bei Tschauner nicht, das Tor bringt St. Pauli aber wieder einen Schritt vom Abstieg weg und dem 27-Jährigen einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Zumal, wie Trainer Frontzeck grinsend anmerkte, das "bei Lehmann damals aber nicht so ein fantastischer Kopfball" war.