Oberneuland: 2:1-Sieg gegen Hannover II

FCO trotzt den finanziellen Engpässen

Nils Laabs

Erzielte gegen Hannover II den Siegtreffer: Nils Laabs. imago

Es war etwas Besonderes passiert am Dienstag­abend im Sportpark am Vinnenweg. Die Spieler des FC Oberneuland bildeten auch nach dem Spiel einen Kreis und lauschten den Worten ihrer Offiziellen. Der unerwartete 2:1-Heimsieg über Hannover 96 II war eben noch ein bisschen mehr als ein weiteres Lebens­zeichen. Er unterstrich nämlich nachdrücklich, worauf sie nun in Bremen setzen: Dieser FCO ist neu, er hat nichts mehr ge­mein mit der Mannschaft der Hinrunde.

Dabei ist so viel gar nicht passiert: einige Umstellungen auf der einen und ein paar neue Spieler auf der anderen Seite, mehr änderte sich in personel­ler Hinsicht nicht. Aber das Team legt nun eine ganz andere Men­talität an den Tag. Ausgerechnet jetzt. "Wer die Umstände beim FCO kennt, weiß, wie schwer es derzeit ist", meinte Tor­hüter Milos Mandic.

Noch immer wartet der FCO nach eigener Aussage auf das Geld aus dem DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund im August. Derzeit sind finanziel­le Mittel jedenfalls Mangelware in Oberneuland. In diesem Jahr hat es noch kein Gehalt gege­ben, und das ist selbst für eine Mannschaft, von der es heißt, ihre Spieler seien nicht allein vom Fußball abhängig, nicht ge­rade motivierend. Insofern sorgte der Sieg gegen die 96-Reserve für Verwunderung. Mit dieser Leis­tung – zumal in Unterzahl – sollte der Klassenerhalt nicht viel mehr als eine Formsache sein.

Aber wie geht es dann wei­ter? Man will in diesen Tagen die Unterlagen für die kommende Regionalligasaison einreichen, doch auf seinen Geldgeber muss der FCO zukünftig offenbar ver­zichten. "Ich kann und will mich nicht mehr in dieser Form en­gagieren", sagt Präsident Holger Micheli, der nun seit fast 20 Jah­ren den finanziellen Hintergrund sicherstellt. Er habe allerdings bereits aussichtsreiche Kontakte zu einem Nachfolger in der Posi­tion eines Mäzens geknüpft: "Ich bin sehr optimistisch." Daneben bemüht sich auch Firat Aktas um Sponsoren. Der als Berater aktive Ex-Trainer des FCO weiß natür­lich auch, dass bei aller Moral nun schnell ein paar Überwei­sungen folgen sollten.

Stefan Freye