Karlsruhe: Obwohl der KSC gewinnt, läuft nicht alles rund

Kauczinski: "Zu viel Freestyle"

Markus Kauczinski

Mahnt trotz Tabellenplatz eins: Karlsruhes Coach Markus Kauczinski. Getty Images

Brisanz pur wartet am Samstag. Im badischen Pokal müssen die Karlsruher bei Waldhof Mannheim antreten. Es geht in diesem prestigeträchtigen Derby um den Einzug ins Halbfinale und so verwundert es nicht, dass die Begegnung rund 10.000 Zuschauer anlocken wird und als Höhepunkt für die regionalen Fußballanhänger gilt.

Einer wäre ebenfalls gerne mit dabei: Hakan Calhanoglu – der gebürtige Mannheimer, der aus seiner Zeit bei Waldhof noch etliche Akteure kennt. Doch der 19-jährige Torjäger (12 Treffer) und Topvorbereiter (10 Vorlagen) ist mit der türkischen U-19-Nationalelf unterwegs. Zudem fehlt Linksfuß Kevin Akpoguma (17), der in der U 18 des DFB spielt. Auch ohne seine zwei Teenager ist Karlsru­he klarer Favorit beim Südwest-Regionalligisten. Doch Trainer Markus Kauczinski (43) warnt: "Das wird eine ganz harte Nuss, da müssen wir alles geben, um erfolgreich zu sein."

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Einige haben nach der 2:0-Führung aufgehört, Fußball zu spielen

KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer

Dem Coach blieb nicht verborgen, dass es zu­letzt – trotz der Serie von 19 Partien in Folge ohne Niederlage – im "Kombinationsgebälk" knirschte. Immer wieder hatte die KSC-Elf Schwächepha­sen in den zumindest ergebnistechnisch erfolg­reichen Spielen wie beim 2:1 gegen Wacker Burg­hausen. "Man hatte das Gefühl, dass einige nach der 2:0-Führung aufgehört haben, Fußball zu spielen", ärgert sich Sportdirektor Oliver Kreuzer (47) über die ungewohnte Rhythmus-Störung bei den erfolgsverwöhnten Karlsruhern.

Kauczinski schaute sich die Partie mehrmals auf Video an und kam zum Schluss: "An der Einstel­lung lag es nicht, der Einsatz hat gestimmt – es kamen viele Kleinigkeiten zusammen." So war er mit dem Mittelfeldspiel nicht wirk­lich zufrieden. "Da war mir zu viel Freestyle drin." Soll heißen: "Defensivtaktische Dinge ha­ben nicht immer gepasst, das Verschieben nach vorne oder auch das Gewinnen der zweiten Bälle war nicht so, wie ich es mir vorstelle." Daher legt der Coach nun den Fokus auf die Defensivarbeit – und das beim Team mit den wenigsten Gegen­toren der Liga (18 in 29 Spielen).

Kauczinski denkt auch darüber nach, am Samstag im defensiven Mittelfeld auf Dominic Peitz zu verzichten. Der 28-Jährige fehlt im nächsten Liga-Spiel gegen die Stuttgarter Kickers gelbgesperrt. Für Silvano Varnhagen (20, Bänderdehnung am linken Köchel) könnte Kai Schwertfeger (24) auf die Sechs rücken. Dies bedeutet: Dennis Kempe (26) kehrt nach einer Verletzungspause (muskuläre Probleme) auf seine angestammte Position des Linksverteidigers zurück.

Peter Putzing